Posts in Category: nicht gemachte Fotos

Fotoausstellung im Oktober

IMG_1230Dialoge 03: Transit: Orte

In der Kellergalerie der Schader-Stiftung in Darmstadt gibt es Fotografien von Rebecca Wilton und Florian Albrecht-Schieck zu sehen, große Formate von städtischen Orten, die in einem Übergangsstadium sind, z. B. im Verfall. Transit-Orte, die zu Nicht-Orten (Marc Augé) geworden seien.

Ich finde a) dass sich die Ausstellung vor allem wegen der Fotografien von Albrecht-Schieck lohnt und b) dass der Ausstellungsort selbst den Charme eines Nicht-Ortes im Sinne Augés, wie ich den Text erinnere, hat: anonym, austauschbar, da standardisiert bezeichnet und designed.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 28. Februar 2016.

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Padua

Padua (Padova): die Amulea-Loggia am Prato della Valle, Außengang des Palazzo della Ragione sowie Pferd im Saal.
Ohne Bild u.a.: Palast del Bò (Universität) mit „Anatomischem Theater“ (der älteste Anatomiehörsaal der Welt, 1594 erbaut) und dem Lehrstuhl des Galileo Galiliei, der Saal des Palazzo della Ragione von Innen (außer dem Pferd), der Botanische Garten (1545 als universitäre Einrichtung gegründet).

Triest #1

Triest (Trieste, Trst) als Stadt hat mich visuell überwältigt. Das Licht, die Umgebung, die Architektur – man lese diese Hymne, und man wird vielleicht verstehen. Ich jedenfalls habe dort hinsichtlich des Fotografierens versagt. Und so gibt es nur ganz wenige Aufnahmen von der Piazza Unita d’Italia – dessen eine Seite sich zum Meer hin öffnet –, vom Römischen Theater sowie vom Yachthafen (an der alten Fischhalle). Es gibt hier keine Bilder von den römischen Fundamenten und dem Arco di Riccardo (Richardsbogen, dem älteste Monument der Stadt), keine Bilder von Menschen auf der Mole bei schäumender Gischt vor eindrucksvoller Karstkulisse, vom Canal Grande, auch die zahlreichen Paläste und die fünfschiffige Kathedrale von San Giusto wollten nicht aufs Bild, die Grotta Gigante schließlich erst recht nicht.
Ein anderes Mal.

Rovinj und Poreč

An der istrischen Westküste liegen die beiden kleinen Städte Rovinj (Rovigno) und Poreč (Parenzo). Nur die ersten beiden Fotos stammen aus Rovinj, es fehlen z.B. Aufnahmen von der Kirche Sveta Eufemija sowie von der Bootstour in den 13km langen Limski-Kanal (der oft fälschlich als Limfjord bezeichnet wird).
Auf einer Landzunge liegt die auf römischem Straßenpflaster angelegte Altstadt von Poreč. Auf den Fotos kann man herumliegende römische Bausteine neben dem Forum, Mosaiken und Fundamente in der Euphrasius-Basilika (UNESCO-Welterbe) sowie einen Ausblick vom Glockenturm sehen.

Pula

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Fast im äußersten Süden von Istrien liegt, geschützt in einer Bucht, Pula (Pola). Wir hatten uns drei Tage Zeit für die Stadt genommen und dafür im unweit des Amphitheaters gelegenen kleinen Hotel Scaletta Quartier bezogen. Auf den Fotos gibt es das Amphitheater, den Triumphbogen der Sergier (beides römisch und aus dem 1. Jh.), das Forum mit Rathaus und Augustustempel (1. Jh.v.Chr., 1945 rekonstruiert, innen mit Skulpturen, z.B. ein sandalenbewehrter Fuß eines gallischen Sklaven), James Joyce sowie das schönste mehrfarbige Mosaik an der Sergierstraße (die Bestrafung der Dirke) zu sehen. Nicht im Bild, aber trotzdem sehenswert: die strahlenförmig vom Hügel im Zentrum auf die Altstadtstraßen Pulas herunter führenden antiken Straßen, das Herkulestor und das Doppeltor, das archäologische Museum (hatte geschlossen), die Zerostrasse sowie der k.u.k. Marinefriedhof.

Labin

Ende August dann die erste Stadt auf der istrischen Halbinsel, zwei Tage in Labin (Albona). Die Altstadt von Labin liegt auf einem Berg hoch über der Küste, eine grüne Waldschlucht führt hinunter in den Badeort Rabac. Der Wasserfall und die Sinterterrassen waren leider völlig trocken, fehlen also auf den Labin-Fotos, ebenso das Stadtmuseum (mit seinem erstaunlich großen Schaubergwerk im Keller!), der Campanile bzw. der Ausblick von diesem und schließlich auch unsere Wohnung mit kleinem Garten in einer Gasse mitten in der Altstadt. Dafür sieht man auf dem ersten Foto das Velo kafe am Titov trg, in dem man zu erstaunlichen Preisen Essen in Spitzenqualität bekommen kann.

Rijeka

Zwei Tage im August in der Hafenstadt Rijeka (Fiume). Das meiste des Gesehenen und Erlebten und zu Empfehlende ist auf den paar Fotos natürlich nicht zu sehen, z.B. Trsat (mit Wallfahrtskirche Unserer lieben Frau sowie Burg), die Kapuzinerkirche der Jungfrau von Lourdes, die Markthallen im Hafenbereich, das ebenfalls im Hafenbereich gelegene Fischlokal „Na Kantunu“, die Fotoausstellung kroatischer Künstler im Museum der Moderne sowie auf dem Korzo, der Uhrturm am Korzo, das Alte Rathaus, das aus dem 1. Jh. stammende römische Stadttor sowie der sich bedenklich neigende Glockenturm.

Tank Girl

Auch digitale Fotoapparate sind umständliche Vehikel, meist zu langsam. Wann endlich wird man Gesehenes aus dem Gehirn direkt speichern können?

Ein durchschnittlich warmer Sommerabend in der Stadt. Wir durchschnittlichen Leute sitzen vor der Taverne auf der Straße, genießen den Wein, das Essen und uns.

Es kommt ein etwas punkiges Tank Girl mit zwei riesigen Hunden angeschlendert; rechts und links schaukeln zwei Bierflaschen auf den Hüften, springen in den Hosentaschen. Sie schlängelt sich betont lässig zwischen den Tischen hindurch, vorbei.

Neuroimplantate

Im gedruckten aktuellen Spektrum der Wissenschaften (4/2009, 88ff) steht ein interessanter Überblicksartikel („Log-In ins Gehirn“) zum Stand der Dinge bei der Entwicklung der Gehirn-Maschine-Schnittstelle, insbesondere zu den wahrscheinlich greifbareren Möglichkeiten wie dem Download aus oder dem Upload ins Gehirn. Das kennt man spätestens aus William Gibsons Neuromancer-Trilogie.

Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig, sowohl an den „Guten“ wie an den „Bösen“ werden sich die Ethiker noch abarbeiten müssen.

Mich fasziniert seit einiger Zeit eine scheinbar simple Funktionalität: das, was man sieht – oder glaubt, eben gesehen zu haben – durch eine aktiv ausgelöste Interaktion als hochaufgelöstes Image drahtlos auf eine Festplatte zu übertragen. Die besten Bilder hat man doch immer im Kopf, das Vehicle Kamera stört da nur.

Wochenende in München

Ein guter, fürsorglicher Freund hatte mich vor dem bekannten Münchner Schicki-Micki gewarnt. Das dann auch prompt in Gestalt von zwei Bussi-Schrappnells im Flieger die Allgemeinheit nervte. Aber das war’s dann eigentlich auch schon damit, München war angenehm „normal“ an diesem Wochenende.

Lange Gespräche mit einer lieben Menschin, prima Mädels mit ihrer tollen Ausstellung. Freude über Jim Jarmuschs »Coffee & Cigarettes«. Die Kneipen und Menschen im nächtlichen Glockenbachviertel sind nicht anders als mancherorts in Berlin.

Der Südfriedhof ist eindrucksvoll, produziert Bilder im Kopf, die ich erst gar nicht versuche, auf den Chip zu bannen, die Pinakothek der Moderne toppt ganz unaufgeregt die MoMa-in-Berlin-Show – Da ist weit mehr, doch die Zeit ist um.