Artikel getaggt mit ‘Bibliothek’

Juni 14th, 2011

Bücher #2

Offene Bibliothek, am Feldbergplatz in Mainz

Juli 29th, 2008

Unordentliches Wissen

David Weinberger, mir bekannt vom »Cluetrain Manifest«, befasst sich in seinem Buch »Das Ende der Schublade. Die Macht der neuen digitalen Ordnung« (Everything is Miscellaneous. The Power of New Digital Order) mit der Geografie und der Form, mit der Ordnung und der Unordnung, mit der Vergangenheit und der Zukunft des Wissens. Es ist ein Plädoyer für die Unordnung als natürliche Ordnung –

Die menschlichen Themen sind zu groß und zu schwammig, um gut in Schubladen zu passen.

–, wider hierarchisch durchgesetzte Taxonomien, pro bottom up erzeugtes bzw. dokumentiertes Wissen.

Eleanor Roschs Forschungen zeigen, dass Unordnung sozusagen zu unserer Essenz gehört. Sich vorzustellen, dass wir ohne Unordnung denken könnten, würde bedeuten, dass wir wie Computer denken würden – mit anderen Worten: dass wir überhaupt nicht denken würden.

Da bleibt natürlich ein nebenbei ausgeteilter Seitenhieb gegen die Don Quichotterien (?) der Semantic Web Projekte nicht aus:

Das Semantic Web soll das Web durch die Kraft der Metadaten schlau machen, manchmal allerdings auf eine Weise, die an Bemühungen der zweiten Ordnung, das Universum zu kategorisieren, erinnert.

Ein lesens- und bedenkenswertes Buch! Das Weinberger übrigens den Bibliothekaren widmete.

April 13th, 2008

Eins, zwei, drei, vier

Mal wieder eine Nummern-Zuschreibung, historisch und perspektivisch. Für das Web.

Weil heute Sonntag ist, gefallen mir die literarischen Analogien:

Web 1.0: Der Garten der Pfade, die sich verzweigen
Web 2.0: Das Schloss, darin sich Schicksale kreuzen
Web 3.0: Der Widerspenstigen Zähmung
Web 4.0: Es

Ich weiß natürlich nicht, ob das nicht nur an der Spitze der Bewegung sondern auch in der Breite der Benutzung funktionieren wird, bin da eher skeptisch. Auch ob es überhaupt in der ganzen aufgezeigten Konsequenz erstrebenswert ist, zum Beispiel, die Kategorie “Verschiedenes” auszumerzen. Semantische Unschärfe hat auch ihre Vorteile! (Und Ontologien haben den Geruch einer allwissenden Schöpfung.)

Und vielleicht gilt dies ja auch für Bibliotheken. – Der Inetbib-Vortrag von Prof. Dr. René Schneider, Fachhochschule Genf, auf Slideshare:

(via netbib)

Februar 14th, 2008

Corporate Wiki

Gartner & Co. reden ja schon einige Zeit davon, weisen schon seit ein paar Jahren dem Corporate Web 2.0, egal ob in Gestalt eines Blogs oder Wikis, seinen Platz auf ihrem Hype Cycle zu. Im Real Life sind mir – von meinem etwas abseitigen Standort aus gesehen – keine Fälle bekannt, bei denen die Experimentierphase vollständig überwunden wurde, bei denen mit diesen Tools ein für das Unternehmen oder die Organisation essentielles Wissensmanagement aufgebaut wurde.

Die Computerzeitung interviewt Gunter Dueck, der bei der IBM 2007 Bluepedia als Corporate Wiki initiiert hat. Dueck spricht vor allem und völlig zu Recht von der notwendigen Freiwilligleit, von der eigenwilligen Community, vom Faktor Mensch.

Technisch ist es kein Problem, aber die Community muss entstehen.

Und Dueck argumentiert gegen das Geschwafel vom unnützen, die Arbeitszeit vertändelnden Zeugs. Das kommt dann oft und gerne von denen, die wichtige Wissens-Fitzel via Telefon bei Kollegen suchen – für sie vielleicht effizient, die Angerufenen aber brutal störend.

Es gibt auch ein paar eigene Erfahrungen in der Sache. Im Sommer 2007 hatte ich ein Blog (und webbasierte Gruppenkalender) für das Bibliotheksteam aufgesetzt. Es soll die Kommunikation auch mit den vielen Teilzeitbeschäftigten und studentischen Hilfskräften verbessern. Alle rezipieren dies teils begeistert, es gibt keine Rundmails mehr. Der Sprung zur aktiven Teilnahme ist allerdings noch lange nicht geschafft.

Es lässt sich nicht erzwingen. Was tun?

Januar 30th, 2008

Literaturverwaltung

Literaturverwaltung, die persönliche Verwaltung von Quellen / Literaturstellen nicht nur für Veröffentlichungen sondern auch als Ersatz für Karteikarten oder zum Austausch mit anderen Interessierten, ist nicht nur im Hochschullalltag ein Thema. Beim wissenschaftlichen Arbeiten während des Studiums und danach kommt man mit einer Menge Literatur in Berührung: Bücher, Zeitschriftenartikel, Artikel aus eJournals, von digitalen Repositories usw.. Manches davon wird in eigenen Arbeiten verwendet werden, einiges sogar öfter und während längerer Perioden eigenen Lesens, Schreibens oder Publizierens. Oder beim Katalogisieren der Bücher aus dem heimischen Regal. Diese Quellen wollen wiederauffindbar organisiert und auf Basis plausibler bibliografischer Daten ordentlich zitiert werden können.

Mein Favorit für die etwas seriöseren Links und Papers ist ja das webbasierte (und bei Interesse auch kollaborative) BibSonomy, ein Projekt der Uni Kassel. Es funktioniert ähnlich komfortabel wie del.icio.us. (Man kann dort übrigens auch private Kopien der Dokumente ablegen!) Wenn es denn lokal auf dem PC sein soll, dann ist JabRef eine feine Sache, auch wegen der umfangreichen Export- / Import-Möglichkeiten.

Das Netbib-Blog listet Literaturverwaltungsprogramme auf und vergleicht diese etwas; in den Kommentaren gibt es Ergänzungen.