Artikel getaggt mit ‘Bibliothek’

Dezember 5th, 2007

Angst vor Wikipedia und Google?

Die vom Grazer Informatik-Professor Maurer in den Ring geworfene Materialsammlung »Report on dangers and opportunities posed by large search engines, particularly Google« schlägt im Web Wellen. Darinnen, im Paper, wird auch eine Google-Wikipedia-Verschwörung behauptet. Die Wikipedia schlägt derweil wieder einmal in einem Test, dem Stern-Test, den Online-Brockhaus. Tja, und weil sie so gut ist, und Google zu Wikis und Blogs eine technisch bedingte Affinität hat… Für manche naht der Untergang des Abendlandes.

Ich bezweifle, ob alternativ große staatliche Monopole besser wären.

Ich meine, man sollte nicht auf das Medium einprügeln, wenn an Missständen wie Unfähigkeit zu methodisch sauberem wissenschaftlichem Arbeiten und zu quellenkritischer Rezeption mehr als berechtigte Kritik geübt wird. Es gibt ein gesellschaftliches Vermittlungsproblem hinsichtlich Informations- / Medienkompetenz.

Wenn wir da draussen im Web statt der qualitativ hochwertigen Quasi-Monopole viele kleine, niedliche Ersatz-Googles und -Wikipedias hätten, wären die genannten Kompetenzdefizite auch nicht etwa verschwunden.

Man kann sich ein Meinungsbild zum Paper und seine Autoren sowie deren Rezeption machen, indem man die Diskussionen in der Mailingliste Inetbib (Thread im Webarchiv, etwas zeitversetzt) verfolgt – oder die Kommentare bei Mathias Schindler liest.

[UPDATE:] Ein Testbeispiel für Wikimedia-Treffer bei Google & anderen Suchmaschinen für den Begriff “Ironie”.
[UPDATE 2:] Ko-Autor Stefan Weber: Wikipedia IST höchst problematisch – Fallbeispiele, auf Inetbib

Dezember 4th, 2007

Daten Räume

Daten brauchen Platz, ihnen zugewiesene Räume. Dabei spielt es keine Rolle, ob man diese Daten wirklich braucht. Wer will das schon zu gegebener Zeit für alle anderen Zeiten entscheiden? Das hat architektonische Folgen, die BLDGBLOG im Fokus hat:

Wir brauchen Textbunker, gigantische Lagerhallen für Bücher: The Future Warehouse of Unwanted Books. Und auch die digitalen Daten brauchen mehr und mehr Platz: Server Rooms and the Future of Humanism. – Und beide Speicher verbrauchen Energie…

Wie bescheiden stellt sich dagegen Luhmanns Zettelkasten dar, der nach jahrelangem Erben-Streit nun der Wissenschaft zur Verfügung steht. Das weiß Jürgen Kaube in der gestrigen FAZ über eine Vorbesichtigung zu berichten:

Es sind nur vierundzwanzig unauffällige Schubladen, aber es ist eines der sagenumwobensten Geräte der jüngeren Wissenschaftsgeschichte. Denn Zettelkästen gibt es viele, doch aus diesem ist eine ganze Gesellschaftstheorie hervorgegangen.

Natürlich sind Luhmanns Zettelkästen, oder der von Arno Schmidt, oder selbst der Klassifikationsschrank eines Linné, wegen der Verweise und Verschlagwortung vorweggenommene, in der analogen Welt machbare WissensDatenBanken, eine Art Vorläufer der Wikis.

In diesem Sinne interessiert mich am Blog der Zettelkasten.

(s.a. Desideratum général)

Oktober 19th, 2007

Unkritischer Umgang mit Internetsuchmaschinen?

Experten warnen vor sinkender Wissensqualität und sehen die Ursache im unkritischen Umgang mit Internetsuchmaschinen. – Man prügelt auf das Medium, aus Angst … wovor eigentlich? Natürlich steckt im Deep Web ‘ne Menge wertvolles Wissen, was leider nicht ausreichend erschlossen und zugänglich ist. Und Informationsgewinnung kann selbstverständlich auch aus dem Brockhaus unkritisch erfolgen.

Auf Inetbib wird diese “Expertenhaltung” von Klaus Graf zu Recht angeprangert, Rainer Kuhlen pflichtet bei:

Es ist durch empirische Untersuchungen hinreichend nachgewiesen, dass eine pauschale Aussage, dass ein Brockhaus wesentlich wertvoller ist als die Wikipedia, eindeutig falsch ist. Man kann tausende Wikipedia-Artikel angeben, aus denen kritische Studierende wesentlich substantiellere Informationen entnehmen koennen als aus dem Brockhaus.

Fundierte Informationen sind via OAIster oder Google Scholar oder Google Book Search oder Google Websuche sehr wohl zum Nulltarif (also ohne zusaetzliche Lizenzkosten) zu haben. Nach meiner langjaehrigen Erfahrung bieten kostenfreie bibliographische Datenbanken im Netz sehr wohl bessere bzw. wertvolle ergaenzende Informationen als die in den Hochschulnetzen Angebotenen.

(via inetbib)

September 11th, 2007

Neue Hochschulbibliothek eröffnet

Heute wurde unsere neue Hochschulbibliothek in Anwesenheit ministerieller und anderer Honoratioren feierlich eröffnet. Kommende Woche und damit rechtzeitig vor Semesterbeginn wird dann auch der Regelbetrieb anfangen können, denn noch sind nicht alle Gewerke mit ihren Arbeiten fertig.

Die Architekten Rebecca Chestnutt & Robert Niess als Spezialisten für das Bauen in / am Bestand haben einen genialen Raum entworfen, und ihre Vision wurde von den Bauherren auch fast so umgesetzt. Die Bibliothek (und die Mensa) der TFH Wildau befindet sich in einer denkmalgeschützten Lokomotivhalle der ehemaligen Schwartzkopff-Fabrik. Alle möglichen bisher gesehenen Fotografien und gelesenen Beschreibungen spiegeln die Wirklichkeit nur unvollkommen wieder. Deshalb: Kommt nach Wildau, und schaut es Euch an!

(s.a. Schlüsselübergabe für neue Bibliothek auf InetBib)

Juni 29th, 2007

Handfeste Arbeit macht Spaß!

Ich habe heute das erste Mal seit ein paar Jahren wieder eine Linux-Kiste nicht nur just for fun, sondern für den produktiven Einsatz aufgesetzt. Und im Gegensatz zu früher habe ich Debian (Etch) genommen. Debian-Installationen hatte ich als etwas nicht sooo Angenehmes in Erinnerung, deshalb war ich heute positiv überrascht. Die Paketauswahl ist zwar etwas merkwürdig geraten, einige wichtige fehlten gar, auch laufen noch ein paar unnötige Dienste zuviel, aber das wächst sich ‘raus.

Wozu das Ganze? Ich möchte für uns ein kleines Intranet, zunächst nur auf Basis von Serendipity und WebCalendar, bauen.