Artikel getaggt mit ‘Evolution’

Juni 7th, 2012

Die Ästhetik des Zufalls (sexuelle Selektion)

Schönheit im Auge der tierischen Betrachterin musste nicht die von Raffaels Madonna sein. Der gründliche Blick auf das Ornament brachte daher Mängel zutage.

Julia Voss, »Darwins Bilder«, S. 223/224

Beweise

November 2nd, 2009

Short Cuts #5

Die Feuilletons der Zeitungen »Die Zeit«, »F.A.Z.« und neuerdings auch »SZ« üben seit einigen Wochen Debatte [1]. Sie spielen über Bande, allerdings auf verschiedenen Tischen. Die Argumente treffen nicht, die Animositäten häufen sich. Der, der vor Monaten mit einem kurzen Text und einem Vorschlag den Anlass dazu gegeben hatte, hat inzwischen nachgegeben. Vielleicht ist er in der Sache nicht so sehr von seinem Vorschlag abgerückt, wer weiß schon, dafür gibt er nun aber den in der Tiefe seines Herzens beleidigten Sozialdemokraten. Wer soviel schreibt und redet wie Peter Sloterdijk, der verstrickt sich vielleicht irgendwann im eigenen Wortdickicht. (»Cicero« und »Der Spiegel« springen auf den fahrenden Zug auf, bieten sich dafür, für Verstrickungen, als Boulevard an.)

Das Übungsbuch, »Du mußt dein Leben ändern«, habe ich im Übrigen nach der Hälfte des Stoffes erst einmal, vorläufig, zurückgestellt. Beim ausschweifenden Reden des Autors über Askese hatte ich das Ziel des Übens aus den Augen verloren.
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»Jazzthing« hat Michael Wollny auf dem Cover seiner aktuellen Ausgabe; die Titelstory ist eine subjektive Annäherung an Wollnys »Wunderkammer«, ein Projekt mit der aus Israel stammenden, in Basel lebenden Cembalistin Tamar Halperin. »Wunderkammer« ist wohl auch aus Überdruss an der Wiederholung des ewig Gleichen entstanden.

Im Oktober konnte ich Wollny mit eben diesem Projekt im Frankfurter Hof in Mainz erleben. Sein artistisches Pianospiel ließ mich staunen.
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Das Darwin-Jahr 2009 ist das Jahr von Julia Voss. Als Autorin und Redakteurin trägt sie zum vielfältigen Darwin-Special der FAZ bei. Besonders »Darwins Jim Knopf«, eine psychoanalytische Arbeit zu Michael Endes »Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer«, von ihr interpretiert als des Autors Auseinandersetzung mit der Darwinschen Evolutionstheorie und deren Pervertierung im Nationalsozialismus, erregte einiges Aufsehen. [2] Dafür hat ihr die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung den Sigmund-Freud-Preis 2009 für wissenschaftliche Prosa verliehen.

Auch ihre Dankesrede bringt Lesegenuss.

[1] Rudolf Maresch beobachtet und analysiert auf Telepolis, es ist das Beste und Fundierteste, was man weit und breit dazu lesen kann. Zum Beispiel da, da, und vor allem da: Der Horst Seehofer der deutschen Philosophie.
[2] hier ein Abriss des bei Fischer erschienenen Essays: Jim Knopf rettet die Evolutionstheorie


Juni 28th, 2009

Spannende Bücher über Wirtschaft

         

Doch, es gibt sie: spannende Bücher über Wirtschaft, die auch für wirtschaftswissenschaftliche Laien faszinierend sind. Zum Beispiel:

Juni 20th, 2009

Was bin ich?

Dritter Schimpanse oder zweiter Orang-Utan

(via Telepolis)

März 26th, 2009

Altruismus, Amokläufer, Attentäter

Wie sind Selbstmordattentäter und Amokläufer zu diesen geworden? Was ist notwendige Voraussetzung, welche Fehlanpassungen gibt es, wie wichtig ist die religiöse u/o kulturelle Differenz?

Im Kapitel “Helden und Terroristen” ihres Buches “Der Darwin-Code” erklären Thomas Junker und Sabine Paul basierend auf den statistischen Untersuchungen terroristischer Anschläge der letzten Jahrzehnte die biologischen Hintergründe, die evolutionäre Logik dieses Verhaltens.

Diese 26 Seiten sind das Erhellendste zum Thema, das ich bisher lesen konnte. Mit diesen Basics im Kopf müsste man sich »Paradise Now« noch einmal ansehen (können). Denn wir haben seit Tausenden von Jahren, wir werden auf absehbare Zeit es weiter mit diesen Phänomen zu tun haben.

P.S.: Sascha Lobo fasst pointiert in einem einzigen Satz die “Erlaubtheiten” zusammen, mit denen unsere politische Kaste den Handlungsrahmen absteckt.