Es ist an der Zeit, die digitale Revolution [...] in ihrer ganzen Wucht zu erkennen. [...] Die Informatiker müssen aus den Nischen in die Mitte der Gesellschaft geholt werden. Sie müssen die Scripts erklären, nach denen wir handeln und bewertet werden. Was ist voraussagende Suche und was kann sie? Was ist „profiling“? Wer liest uns, während wir lesen? Technologien sind neutral, es kommt darauf an, wie wir sie benutzen. Um das zu können, brauchen wir Dolmetscher aus der technologischen Intelligenz.
Dolmetscher der technologischen Intelligenz
Short Cuts #8
Rudolf Maresch beklagt die Scheindebatte Schirrmacher & edge.org vs. selbsternannte Internet-Avantgarde. Man redet noch immer aneinander vorbei. Auch für Maresch scheint es letztlich nur eine deutsche Debatte über Medien, eine Frage von Filtertechniken zu sein. Phantasie zur Dystopia? Fehlanzeige.
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R.I.P. Eric Rohmer! Seine »Marquise von O.« von 1976 erschien mir damals, mit Anfang 20, als die erste interessante, mich “nicht langweilende” Literaturverfilmung.
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Wer isländische Filme oder skandinavische Landschaften oder überhaupt Schnee mag: »Nord« ist ein sehenswertes norwegisches Roadmovie.
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Übrigens: »Global Warming« heißt jetzt »Climate Change«.
Short Cuts #7
Was war und ist und mir wichtig bleibt kann man – auch wenn hier lange Funkstille ist – natürlich immer in den Clips rechts im Blog sehen, bei den “bookmarks@delicious” und den “Empfehlungen”. Trotzdem füttere ich jetzt hier kurz das Netz: Schirrmachers »Payback« (Das hatten wir hier schon.) wird anderswo nicht nur (von den üblichen Verdächtigen) nicht verstanden und heruntergemacht. Es gibt auch tolle Rezensionen und Diskussionen in den Kommentaren, auf Qualitätsseiten eben: Begleitschreiben und weissgarnix. Wobei bei Letzterem einige Kommentatoren ziemlich ruppig sind und hauptsächlich um ihrer selbst willen kommentieren und trollen. #55 bringt’s auf den Punkt, im schlechtesten Fall sind
Internetdiskurse [...] komischerweise völlig linear, sie löschen aus, was sie kommentieren, weil es ums kommentieren geht, nicht um die source.
Schirrmacher selbst scheint das Bornierte kaum ertragen zu können; er legt nach.
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Bolaño bleibt mir 2010 erhalten: »2666« geht, »Die wilden Detektive« kommen!
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Die Wintersonnenwende ist geschafft.
Short Cuts #5
Die Feuilletons der Zeitungen »Die Zeit«, »F.A.Z.« und neuerdings auch »SZ« üben seit einigen Wochen Debatte [1]. Sie spielen über Bande, allerdings auf verschiedenen Tischen. Die Argumente treffen nicht, die Animositäten häufen sich. Der, der vor Monaten mit einem kurzen Text und einem Vorschlag den Anlass dazu gegeben hatte, hat inzwischen nachgegeben. Vielleicht ist er in der Sache nicht so sehr von seinem Vorschlag abgerückt, wer weiß schon, dafür gibt er nun aber den in der Tiefe seines Herzens beleidigten Sozialdemokraten. Wer soviel schreibt und redet wie Peter Sloterdijk, der verstrickt sich vielleicht irgendwann im eigenen Wortdickicht. (»Cicero« und »Der Spiegel« springen auf den fahrenden Zug auf, bieten sich dafür, für Verstrickungen, als Boulevard an.)
Das Übungsbuch, »Du mußt dein Leben ändern«, habe ich im Übrigen nach der Hälfte des Stoffes erst einmal, vorläufig, zurückgestellt. Beim ausschweifenden Reden des Autors über Askese hatte ich das Ziel des Übens aus den Augen verloren.
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»Jazzthing« hat Michael Wollny auf dem Cover seiner aktuellen Ausgabe; die Titelstory ist eine subjektive Annäherung an Wollnys »Wunderkammer«, ein Projekt mit der aus Israel stammenden, in Basel lebenden Cembalistin Tamar Halperin. »Wunderkammer« ist wohl auch aus Überdruss an der Wiederholung des ewig Gleichen entstanden.
Im Oktober konnte ich Wollny mit eben diesem Projekt im Frankfurter Hof in Mainz erleben. Sein artistisches Pianospiel ließ mich staunen.
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Das Darwin-Jahr 2009 ist das Jahr von Julia Voss. Als Autorin und Redakteurin trägt sie zum vielfältigen Darwin-Special der FAZ bei. Besonders »Darwins Jim Knopf«, eine psychoanalytische Arbeit zu Michael Endes »Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer«, von ihr interpretiert als des Autors Auseinandersetzung mit der Darwinschen Evolutionstheorie und deren Pervertierung im Nationalsozialismus, erregte einiges Aufsehen. [2] Dafür hat ihr die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung den Sigmund-Freud-Preis 2009 für wissenschaftliche Prosa verliehen.
Auch ihre Dankesrede bringt Lesegenuss.
[2] hier ein Abriss des bei Fischer erschienenen Essays: Jim Knopf rettet die Evolutionstheorie

