Artikel getaggt mit ‘F.A.Z.’

Januar 23rd, 2010

Dolmetscher der technologischen Intelligenz

Es ist an der Zeit, die digitale Revolution [...] in ihrer ganzen Wucht zu erkennen. [...] Die Informatiker müssen aus den Nischen in die Mitte der Gesellschaft geholt werden. Sie müssen die Scripts erklären, nach denen wir handeln und bewertet werden. Was ist voraussagende Suche und was kann sie? Was ist „profiling“? Wer liest uns, während wir lesen? Technologien sind neutral, es kommt darauf an, wie wir sie benutzen. Um das zu können, brauchen wir Dolmetscher aus der technologischen Intelligenz.

Quelle: Frank Schirrmacher, FAZ vom 23.01.2010, faz.net


Januar 11th, 2010

Short Cuts #8

Rudolf Maresch beklagt die Scheindebatte Schirrmacher & edge.org vs. selbsternannte Internet-Avantgarde. Man redet noch immer aneinander vorbei. Auch für Maresch scheint es letztlich nur eine deutsche Debatte über Medien, eine Frage von Filtertechniken zu sein. Phantasie zur Dystopia? Fehlanzeige.
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R.I.P. Eric Rohmer! Seine »Marquise von O.« von 1976 erschien mir damals, mit Anfang 20, als die erste interessante, mich “nicht langweilende” Literaturverfilmung.
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Wer isländische Filme oder skandinavische Landschaften oder überhaupt Schnee mag: »Nord« ist ein sehenswertes norwegisches Roadmovie.
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Übrigens: »Global Warming« heißt jetzt »Climate Change«.

Januar 2nd, 2010

Beobachterinnen

Ich möchte Fotos, die die Situation so zeigen, als wäre ich nicht dagewesen.
Barbara Klemm, Interview


  
© Ruth Orkin (links) bzw. © Barbara Klemm (rechts)

Zwei ganz große Aufnahmen im Kanon der Fotografie: links Ruth Orkins inszeniertes »American Girl in Italy« von 1951, rechts Barbara Klemms Straßenszene »Johannesburg« von 1978. (Zum Vergrößern einfach die Bilder anklicken.)

Barbara Klemm feierte am 27. Dezember ihren 70. Geburtstag. [1] – Im Museum Wiesbaden kann man dauerhaft viele ihrer zu Icons gewordenen Aufnahmen betrachten; dazu gibt es derzeit eine Sonderausstellung mit ihren Aufnahmen rund um den »Mauerfall 1989«.

[1] Siehe aus diesem Anlass auch die Würdigungen »Bewahren Sie Ruhe und bleiben Sie in Bewegung!« (FAZ) sowie »Die Traumwandlerin« (»Die Zeit«).


Dezember 22nd, 2009

Short Cuts #7

Was war und ist und mir wichtig bleibt kann man – auch wenn hier lange Funkstille ist – natürlich immer in den Clips rechts im Blog sehen, bei den “bookmarks@delicious” und den “Empfehlungen”. Trotzdem füttere ich jetzt hier kurz das Netz: Schirrmachers »Payback« (Das hatten wir hier schon.) wird anderswo nicht nur (von den üblichen Verdächtigen) nicht verstanden und heruntergemacht. Es gibt auch tolle Rezensionen und Diskussionen in den Kommentaren, auf Qualitätsseiten eben: Begleitschreiben und weissgarnix. Wobei bei Letzterem einige Kommentatoren ziemlich ruppig sind und hauptsächlich um ihrer selbst willen kommentieren und trollen. #55 bringt’s auf den Punkt, im schlechtesten Fall sind

Internetdiskurse [...] komischerweise völlig linear, sie löschen aus, was sie kommentieren, weil es ums kommentieren geht, nicht um die source.

Schirrmacher selbst scheint das Bornierte kaum ertragen zu können; er legt nach.
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Bolaño bleibt mir 2010 erhalten: »2666« geht, »Die wilden Detektive« kommen!
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Die Wintersonnenwende ist geschafft.

November 2nd, 2009

Short Cuts #5

Die Feuilletons der Zeitungen »Die Zeit«, »F.A.Z.« und neuerdings auch »SZ« üben seit einigen Wochen Debatte [1]. Sie spielen über Bande, allerdings auf verschiedenen Tischen. Die Argumente treffen nicht, die Animositäten häufen sich. Der, der vor Monaten mit einem kurzen Text und einem Vorschlag den Anlass dazu gegeben hatte, hat inzwischen nachgegeben. Vielleicht ist er in der Sache nicht so sehr von seinem Vorschlag abgerückt, wer weiß schon, dafür gibt er nun aber den in der Tiefe seines Herzens beleidigten Sozialdemokraten. Wer soviel schreibt und redet wie Peter Sloterdijk, der verstrickt sich vielleicht irgendwann im eigenen Wortdickicht. (»Cicero« und »Der Spiegel« springen auf den fahrenden Zug auf, bieten sich dafür, für Verstrickungen, als Boulevard an.)

Das Übungsbuch, »Du mußt dein Leben ändern«, habe ich im Übrigen nach der Hälfte des Stoffes erst einmal, vorläufig, zurückgestellt. Beim ausschweifenden Reden des Autors über Askese hatte ich das Ziel des Übens aus den Augen verloren.
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»Jazzthing« hat Michael Wollny auf dem Cover seiner aktuellen Ausgabe; die Titelstory ist eine subjektive Annäherung an Wollnys »Wunderkammer«, ein Projekt mit der aus Israel stammenden, in Basel lebenden Cembalistin Tamar Halperin. »Wunderkammer« ist wohl auch aus Überdruss an der Wiederholung des ewig Gleichen entstanden.

Im Oktober konnte ich Wollny mit eben diesem Projekt im Frankfurter Hof in Mainz erleben. Sein artistisches Pianospiel ließ mich staunen.
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Das Darwin-Jahr 2009 ist das Jahr von Julia Voss. Als Autorin und Redakteurin trägt sie zum vielfältigen Darwin-Special der FAZ bei. Besonders »Darwins Jim Knopf«, eine psychoanalytische Arbeit zu Michael Endes »Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer«, von ihr interpretiert als des Autors Auseinandersetzung mit der Darwinschen Evolutionstheorie und deren Pervertierung im Nationalsozialismus, erregte einiges Aufsehen. [2] Dafür hat ihr die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung den Sigmund-Freud-Preis 2009 für wissenschaftliche Prosa verliehen.

Auch ihre Dankesrede bringt Lesegenuss.

[1] Rudolf Maresch beobachtet und analysiert auf Telepolis, es ist das Beste und Fundierteste, was man weit und breit dazu lesen kann. Zum Beispiel da, da, und vor allem da: Der Horst Seehofer der deutschen Philosophie.
[2] hier ein Abriss des bei Fischer erschienenen Essays: Jim Knopf rettet die Evolutionstheorie