Artikel getaggt mit ‘Technologie’

Dezember 26th, 2013

Hugo Gernsback

Hugo Gernsback schaut eine Fernsehübertragung von seinem Rundfunksender WRNY auf dem Cover der Novemberausgabe 1928 von Radio News.
Quelle: Wikimedia Commons

Ich vermute, man kann den realen Einfluss von Hugo Gernsback – dem schillernden badisch-luxemburgischen Entrepreneur – auf die technische Intelligenzija, auf die Community in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts nachträglich nicht messen und deshalb nicht wirklich hoch genug einschätzen. Seine in Amerika publizierten, lehrreichen Elektrik- / Elektronik-Versandkataloge, seine technisch-wissenschaftlichen Periodika (mit erheblichen fiktionalen, inspirierenden Ingredenzien) dürften mindestens so anregend und prägend für die Zielgruppe gewesen sein, wie z. B. Steve Jobs frühe Apple-Bastel-Sets bzw. dann Apple I/II oder Richard Stallmans Free-Software-Initiative etwa ein halbes Jahrhundert später.

Seit 1953 wird der Hugo-Award vergeben. – Noch bis zum 12.01.2014 läuft im Karlsruher ZKM die kleine aber feine Ausstellung «Die Gernsback Prophezeiung. Father of Science Fiction».

Literatur:
Franz Pichler, Hugo Gernsback und seine technischen Magazine. Von „Science Facts“ zu „Science Fiction“ und „Cold Facts“. Zum Leben und zum Werk eines ungewöhnlichen Luxemburgers in den USA, Linz, 2013

Centre national de littérature (Ed.): Hugo Gernsback. An Amazing Story, Mersch, Luxemburg, 2009

Gernsback im Luxemburger Autorenlexikon

November 5th, 2013

→ This Programmable 6,000 Part Drawing Boy Automata is Arguably the First Computer, and it Was Built 240 Years

This Programmable 6,000 Part Drawing Boy Automata is Arguably the First Computer, and it Was Built 240 Years …read more

Source: This is colossal | Twitter

Mai 17th, 2012

Das Netz – Lutz Dammbeck

Lutz Dammbecks Film »Das Netz« war 2005 Thema hier im Blog. Da Michael Wald die Videos in der Tube gefunden und verlinkt hat, gibt es hier ein kurzes Auftauchen.

(alle 12 Teile)

Februar 24th, 2012

Roboterlinks

Angeregt auch durch die jüngst erfolgte Inbetriebnahme einer automatisierten Montageanlage mit einem Denso-Roboter zu Lehr- und Forschungszwecken an der Hochschule hier ein paar Links zu aktuell gefundenem Robotik-Stuff im Netz.

Universal jamming gripper shooting demo (Cornell University):

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Boris Hänßler bringt in Viel Arbeit im Roboterhaushalt interessante Beispiele aus der RoboCup@Home Liga.

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Bei Telepolis gibt es einen Text – Lasst die Maschinen machen – von Prof. Dr. Hans-Dieter Burkhard vom Institut für Information an der Humboldt-Universität zu Berlin. Der Text stammt aus dem neuen Telepolis-Buch »Kriegsmaschinen. Roboter im Militäreinsatz« und hat den Untertitel “Wie intelligent ist die Künstliche Intelligenz?”. Burkhard thematisiert nicht zuletzt die Koexistenz von Maschinen / Robotern und Menschen.

Januar 23rd, 2010

Dolmetscher der technologischen Intelligenz

Es ist an der Zeit, die digitale Revolution [...] in ihrer ganzen Wucht zu erkennen. [...] Die Informatiker müssen aus den Nischen in die Mitte der Gesellschaft geholt werden. Sie müssen die Scripts erklären, nach denen wir handeln und bewertet werden. Was ist voraussagende Suche und was kann sie? Was ist „profiling“? Wer liest uns, während wir lesen? Technologien sind neutral, es kommt darauf an, wie wir sie benutzen. Um das zu können, brauchen wir Dolmetscher aus der technologischen Intelligenz.

Quelle: Frank Schirrmacher, FAZ vom 23.01.2010, faz.net


November 28th, 2009

Du mußt dein Leben ändern | Payback

Dies ist ein mitreißendes, philosophisches Poem von Durs Grünbein: »Vom Schnee oder Descartes in Deutschland«. Es war im Winter 1619, als Descartes und sein Diener in einem Kaff bei Ulm frierend festsaßen, angesichts des später so genannten Dreißigjährigen Krieges. Grünbein lässt Descartes im Selbstgespräch und nach langem Abwägen sagen:

Du mußt, René, dein Leben ändern.

Das war, aus Descartes’ Perspektive, fast 300 Jahre vor Rainer Maria Rilkes Finale im Gedicht »Archaïscher Torso Apollos«, aus der Grünbeins immer noch gut 6 Jahre vor Sloterdijk und Schirrmacher.

Aber das ist nicht so wichtig, dieser Imperativ soll ja, seit Rilke in den allgemeinen Zeitgeist eingeflossen sein.

Aber in Wahrheit waren es die Mathematiker, die René Descartes’ Satz »Der Körper wird den Geist immer beim Denken behindern« am meisten zustimmen konnten.

So steht’s in Frank Schirrmachers neuem Buch »Payback«, und das Zitat benennt ganz gut die Voraussetzungen für den aktuellen Wandel in unserem Verhältnis zum / mit dem Computer, mit dem Netz, in das unser Denken immer mehr auswandert, die Übergänge verwischen. Schirrmachers Buch ist kein Pamphlet gegen Computer, im Gegenteil, er sieht die Informationstechnologie als etwas an, dass zum Spannendsten gehört, was unsere Generation erleben kann. Dafür bringt er viele Beispiele. Und da er diagnostiziert: Unsere Werkzeuge verändern unsere Umwelt, vor allem aber verändern sie uns selbst, schreibt er mit der Überzeugung, der zufolge wir heute in den Lehrbüchern der Informatik nachschauen sollten, wenn wir etwas über unsere geistige Abstammung erfahren wollen. Schirrmacher hat mehr als einen Blick in Bücher, Studien und Paper gewagt, hat mit wissenschaftlichen Koryphäen verschiedenster Fakultäten geredet. (Damit ist er gedanklich weiter, sieht mehr Zusammenhänge und potenzielle Entwicklungen als seine meisten Rezensenten, die kaum die Oberfläche der Ich-Erschöpfung durchdringen und den Text spätestens beim Wort Aufmerksamkeitsstörung abhaken. Es ist übrigens auch kein Buch gegen Google, gegen das Internet. Im Gegenteil, man muss nur lesen können.)

Ach ja, im zweiten Teil, nach der Diagnose, kommt dann der Aufruf zum Üben, zum Trainieren, zum Leben-Ändern, damit wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen können. Die Argumentation erscheint mir schlüssig, wenn Schirrmacher zeigt, was nur wir als unvollständige, fehlerhafte und schöpferische Wesen können. Überraschende Perspektivwechsel, Fehlertoleranz, der souveräne Umgang mit Unsicherheiten gehören dazu. Dazu muss man den Muskel, also die Willenskraft stärken. [...] Es geht um Krafttraining für den Muskel der Selbstkontrolle. Und es geht um die Bildung der Zukunft, um eine qualitativ andere Bildung, die lehrt, Computer zu nutzen, um durch den Kontakt mit ihnen das zu lehren, was nur Menschen können.

Ob das allein, und wozu eigentlich, hilft?

Kursiver Text: Zitate aus Frank Schirrmacher, Payback, München 2009


November 14th, 2009

Nach der Utopie

So war im September 2003 ein Artikel in brandeins überschrieben. Es ging um Ulrich Müther, der verdammt dünne hyperbolisch paraboloide Betonschalen entworfen und vor allem auf Rügen umgesetzt hat. Ich las damals das erste Mal etwas über Müther; wenn ich zuvor seine Schalen in natura gesehen hatte, dann ohne Wissen um den Urheber. (Das Ahornblatt in Berlin war längst abgerissen.) Im Dezember des gleichen Jahres konnte ich dann den 1981 gebauten, futuristisch anmutenden Rettungsturm #2 am Binzer Strand auf Rügen selbst bewundern, noch vor der gelungenen Sanierung. – Der Baumeister Müther starb 2007.

Müther äußerte gegenüber dem Autor des o.g. Artikels die Hoffnung, dass der Betonschalenbau noch nicht ganz kaputt sei. Dabei war die Zeit, in der man mit solch immensem Aufwand wirtschaftlich bauen konnte, lange vorbei. Unter technischen Aspekten dagegen ist der Betonschalenbau noch nicht überholt.

Die Züricher Architekten Rahel Lämmler und Michael Wagner widmen sich intensiv Müthers Werk, ordnen die Archivalien, bereiten eine Wanderaustellung vor – und sie haben ein Buch veröffentlicht: »Ulrich Müther Schalenbauten in Mecklenburg-Vorpommern«. Mit diesem wirklich tollen Buch haben sie den erstmals vegebenen Architekturbuchpreis 2009 in der Kategorie ‘Historische Monographie’ des Deutschen Architekturmuseums in Frankfurt (DAM) gewonnen.

Lämmler und Wagner:

Am besten lasen sich Müthers Schalenkonstruktionen selbstverständlich vor Ort entdecken. Seine schwebenden Hyparschalen belohnen mit einem ungewohnt modernen, ästhetischen Vergnügen und lassen Euphorie und Fortschrittsglaube erahnen.

Wenn man warum auch immer nicht auf die Insel Rügen fahren kann, das Büchlein ist mehr als ein Trost.

Links: Website zum Buch, Video in der Reihe km42 bei SpOn

Oktober 25th, 2009

Vom Silicon Valley an den Rhein

Im Land der Ingenieure und Erfinder zu Gast: der Tesla Roadster. Heute am Rheinufer Mainz zu bestaunen.