Futuro in Marseille

Dieser Plastic-Utopia-Artikel tauchte im Sommer in meiner Timeline auf. Und ich hatte dann bei meinem Zwischenstop am Friche de l’Escalette Riesenglück, dass gerade eine Führung beginnen sollte. (Eigentlich kommt man ohne Voranmeldung zu einer Führung nicht auf das private Gelände.)

Ein echtes Futuro von Matti Suuronen, einladend zum unmittelbaren Begreifen und Erfahren! (Nicht nur am anderen Flussufer, wie 2005.)

Einige wenige Bilder.

Marseille #3

Zwischen L’Estaque, Vieux-Port und Les Goudes/Callelongue, mehr Bilder aus Marseille, 21.-26. August 2017

Straßen von Marseille #2

Marseille – gelbes, angestocktes Seehundsgebiß, dem das salzige Wasser zwischen den Zähnen herausfließt. Schnappt dieser Rachen nach den schwarzen und braunen Proletenleibern, mit denen die Schiffkompanien ihn nach dem Fahrplan füttern, so dringt ein Gestank von Öl, Urin und Druckerschwärze daraus hervor. Der ist vom Zahnstein, der an den wuchtigen Kiefern festbackt: Zeitungskioske, Retiraden und Austernstände. Das Hafenvolk ist eine Bazillenkultur; Lastträger und Huren menschenähnliche Fäulnisprodukte. Im Gaumen aber sieht es rosa aus. Das ist hier die Farbe der Schande, des Elends. Bucklige kleiden sich so und Bettlerinnen. Und den entfärbten Weibern der rue Bouterie gibt das einzige Kleidungsstück die einzige Farbe: rosa Hemden.
Walter Benjamin, Marseille, 1929


Marseille-Links:

Walter Benjamin, Marseille
Sabine Günther: Passage de Lorette. Walter Benjamin in Marseille
Martin R. Dean: Liebeserklärung an den Süden: In Marseille lerne ich den Schmutz zu lieben (Wobei mir das mit dem Schmutz etwas übertrieben scheint, Mr. Dean.)
Martin Woker: Die Grenzen der Stadtentwicklung

Bilder aus Marseille, 21.-26. August 2017

Straßen von Marseille #1

Marseille ist keine Stadt für Touristen. Es gibt dort nichts zu sehen. Seine Schönheit lässt sich nicht fotografieren. Sie teilt sich mit.
Jean-Claude Izzo, Total Cheops, 1995

Trotz alledem versucht man es mit dem Fotografieren, natürlich. Die Rue d’Aubagne hinauf zur Notre-Dame du Mont (oder herab zur Longue des Capucins) sehe ich Straßenschluchten, die mich faszinieren: wohin und was schauen? Auch von der Plattform des Saint-Charles oder von den Hügeln des Panier, am Ende der Straßen sind meist das Meer oder die Berge der Calanque zu sehen.

Bilder aus Marseille, 21.-26. August 2017

Das Haus schwebt ein

Heute, gegen 15 Uhr, war es endlich soweit.

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