Monthly Archives: Juli 2004

Vom Schrumpfen und Wachsen

Das geht ja hoch her, hier. Ich möchte meine Überlegungen zu einem Schrumpfen als Chance etwas weiter ausführen.

Derzeit geht das Gespenst der Demographie in Europa um, und es ist erstaunlich, wie wenige die Parolen – die von denen kommen, die wollen dass alles so bleibt wie es ist, nur bezahlbar soll es bleiben – kritisch hinterfragen…

Fast alle glauben die Mär von weniger Menschen, weniger Produktion, mehr Elend. Das kann so sein, vor allem wenn an den Schaltstellen nicht umgedacht wird, das muss aber nicht so sein. Alle uns als Reform verkauften Maßnahmen kann man mit Diäten für Übergewichtige vergleichen: längerfristig wirkungslos. Ernährungswissenschaftler haben herausgefunden, man müsse tiefer gehen, dahin wo es weh tut: ans Gehirn.

Gesund schrumpfen

Die Uckermark wird immer leerer, laut OECD-Richtlinie zählt sie wahrscheinlich gar nicht mehr als besiedelt.

Und das ist gut so! Weniger Menschen und mehr Platz nicht nur dort, sondern überall in Deutschland – was soll schlecht daran sein? Nicht sinkende Bevölkerungszahlen sind ein Problem, sondern die Panikmache der im Alten Denken verhafteten Lautredner. Gute Ökonomie passt sich immer den Erfordernissen an. Der strukturelle Umbau ist eine Herausforderung und Chance.

Wo wird öffentlich vor-gedacht? …

In Brandeins gab es letztens einen Schwerpunkt »Rückbau« / Gesund schrumpfen.

Am Bauhaus Dessau gibt es das Forschungsprojekt »Schrumpfende Städte«.

Im September 2004 beginnt in den Berliner KunstWerken die Ausstellung »Shrinking Cities«.

Die Internationale Bauausstellung IBA 2010 hat den Stadtumbau zum Leitthema.

Weiß jemand, ob man am Difu diesbezüglich forscht?

Lambchop war hier

Doch zunächst trommelte und samplete sich Tortoise ambitioniert eine Stunde durch den lauen Sommerabend auf der Berliner Museumsinsel. Dann kam Kurt Wagner zum Soundcheck auf die Bühne – und niemand flippte aus. Extravagant begann das Konzert mit dem 2. Streichquartett von Krzysztof Penderecki. Dann ein paar Songs aus »Aw C’Mon / No, You C’Mon« und »Is A Woman«. Tolles, extrovertiertes Finale von Kurt. Und das Streichquartett war wirklich gut, nicht nur bei der Ouvertüre!

s.a. lambchop.net, mit aktuellen Tourdaten.

Und was Berliner Konzert-Kritiker so hören: Tagesspiegel, Tageszeitung.

Mucks. Mäuschen. Still.

Einiges gelesen, manches gehört, den Trailer wiederholt gesehen: Trotzdem stellt sich beim Ansehen des Filmes »Muxmäuschenstill« Beklemmung ein. Stahlberg und Mittermeier halten uns den Spiegel vor. Sehe, wer fühlen kann, dass die egoistischen und faschistoiden Denkstrukturen latent in uns sind, die wir doch zumeist zumindest anfangs teils unverhohlen, teils klammheimlich dachten: Recht hat er!

Der Rest ist so makaber wie schnell erzählt: Mucks. Mäuschen. Still.