Monthly Archives: März 2005

T vs. t vs. +

Ostern. Der Papst kann nicht mehr, wie er sollte. Und die vielen Kreuzigungsbilder in der Gemäldegalerie. – Da wird man doch mal über die verschiedenen Formen des Kreuzes nachdenken dürfen. Und die Wikipedia hilft: Das „lateinische Kreuz“ mit einem Längsbalken, der wesentlich länger ist als der Querbalken, ist eine „Erfindung“ von Künstlern späterer Epochen, die keine Kreuzigung mehr wirklich erlebt haben.

SAMOROST

Durch einen Tip (ein Video-Clip für die dänische Band Under Byen) bin ich auf die Site der tschechischen Macher des phantastischen Flash-Games SAMOROST gestoßen. – Spielen!

Revolution!?

War heute zufällig zu einem Termin im Friedrichshain, also gab’s die Gelegenheit, aus aktuellem Anlass mal auf dem Friedhof der Märzgefallenen vorbeizuschauen.

Skurril das Publikum, zwei Alkis hatten endlich eine Aufgabe, posierten als Einlasser. Die anderen waren die parküblichen Schwulen, alle einzeln, sich (und mich) taxierend.

Wo sind die heutigen jungen Arbeitsmänner, Malergehülfen, jungen Leute jeglicher Profession? Wahrscheinlich mit dem Organisieren des nächsten Praktikums, der Finanzierung des nächsten Auslandsaufenthaltes oder der nächsten Schönheits-OP oder sonstwas Wichtigem beschäftigt. Wer interessiert sich noch für Revolution?

Wenn der Feuerhake nicht getrommelt hätte, ich hätt’s auch ignoriert. Seiner Hymne muss ich aber widersprechen: ’48 war keine erfolgreiche, richtige Revolution. Wie ’18 auch nicht, vielleicht beides zusammen, deutsche Revolutionen sind eben komisch. Was ’89 war, sollen Spätere bezeichnen, uns fehlt der Abstand.

Über Schönheit

Während gestern abend am anderen Spreeufer im BuKa krampfhaft über Minischritte hin zu einer wirtschaftlichen Besserung in Deutschland gestritten wurde, war im Haus der Kulturen der Welt eine zunehmend lockerer werdende Party im Gange: die Eröffnung der Ausstellung und Projektwochen »Über Schönheit«.

Dass Schönheit nicht objektiv zu vereinheitlichen, sondern abhängig von der Wahrnehmung durch den Betrachter ist, gibt seit Jahrtausenden Philosophen und Künstlern aller Couleur die Folie für ihr Schaffen. Ausstellung und Projekte im HKW haben einen starken Fokus auf Asien, dort weiß man seit jeher, dass körperliche Schönheit vergänglich ist – und rühmt die Schönheit der Seele. (Während man im Westen auf das Formale fixiert ist.)

Die Projekte (Vorträge, Filme, Symposien, Workshops, Tanz, Konzerte, …) der nächsten Wochen heißen u.a. »Die schöne Seele«, »Der perfekte Mensch«, »Der musikalische Moment«, »Die sinnliche Stadt« und »The Re-Turn of Beauty«. Die Ausstellung glänzt vor allem mit starken Video-Arbeiten und Objekten.


Bikini-Mädchen

Die Bikini-Mädchen in der Villa Romana Casale sind eine Reise wert.

In der Spätphase des Römischen Reiches, im 4. Jh. n. Christus, wurde die Villa bei Piazza Armerina erbaut. Das Besondere dort sind die über 3.500 Quadratmeter Mosaikfußböden, die Hunderte farbenreiche und lebendige Geschichten aus Mythologie und Jagd erzählen. (Schreibt der Reiseführer, und es stimmt!) Der hervorragende Zustand der Mosaiken soll einem Erdrutsch zu verdanken sein, der sie bis ins 20. Jh. unter sich verbarg.

Im Zimmer der Bikini-Mädchen sieht man „olympische“ Grazien bei Spiel und Sport. Es war nicht einfach, sie zu fotografieren. Die Lichtverhältnisse, die Perspektiven, Über-Kopf-Aufnahmen u.a. Widrigkeiten. Ich habe das Aufnahmematerial zerschnippelt und neu zusammengesetzt, etwas grob, aber man kann einen Eindruck von den Damen bekommen…

      

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