Monthly Archives: Dezember 2005

Bella Italia …

… versinkt im Schnee. Eine Schneeflocke auf Straße, Gleis oder Start- und Landebahn verursacht dort gefühlt doppelt soviel Trouble wie hierzulande. (Da kann das Supermodel von der Forza Italia auch nicht helfen.)

Foto von Antje, bei Florenz, aus dem ruckelnden Bus.

Feindbild Campus Management

Muss eine Hochschul-Verwaltung ineffizient arbeiten, damit die akademische Freiheit nicht eingeschränkt wird? Ist Wirtschaftlichkeit nicht ein notwendiger Beitrag zur Weiterentwicklung der Gesellschaft? Warum gibt es unter Wissensarbeitern, nicht nur Geisteswissenschaftlern!, so viel Angst vor die Prozesse unterstützender Software?

Vor dem Hintergrund der chaotisch verlaufenden bzw. kommunizierten Einführung eines Campus Management Systems an der FU Berlin (s.a. hier und hier) gibt es bei Telepolis einen (etwas verwickelt formulierten) Artikel unter der plakativen Überschrift „Der Geist in der Maschine„. Übrigens, und das ist relativ selten bei heise.de, mit interessanten Kommentaren.

Dass es bei der Einführung eines SAP-Systems oft genug Schwierigkeiten gibt ist übrigens kein Grund, Software grundsätzlich zu verteufeln. Das sollte man vielleicht mit denen tun, deren Horizont keine Alternativen zu SAP zulässt.

Space sells!

Wissenschaftsjournalismus – zwischen Volksaufklärung und geilen Bildern: Zu diesem Thema wird offensichtlich unter Insidern heftig gestritten. Diesen Schluss kann man aus einem Artikel im Laborjournal ziehen, in dem über eine Podiumsdiskussion mit Wissenschaftsjournalisten u.a. von Spektrum der Wissenschaften, FAZ und DLF berichtet wird.

Ich fühle mich in meinem Unbehagen gegenüber Infokästchen und tollen Bildern (im TV, bei der BBC, oft mit nervender, sphärischer Musik unterlegt) bestätigt. Denn Visualisierung erzeugt manchmal den falschen Eindruck, suggeriert einen Theoriegehalt an sich. Dabei ist es doch nur eine Metapher für das Eigentliche.

Wie sollte Wissenschaft der Öffentlichkeit vermittelt werden? Man streitet trefflich, ob es die Aufgabe des Forschers selbst ist, mit populärwissenschaftlichen Artikeln und Büchern seine Themen für das breite Publikum aufzubereiten, oder ob dies die Sache von Wissenschaftsjournalisten ist? – Vermutlich sowohl als auch.

Freiheit der Lehre und Maschinenstürmerei

FU Berlin: Die aktuellen Proteste und Streikaktionen von Studierenden und auch Lehrenden gegen die Reform der Studiengänge, gegen eine effizientere Studienorganisation, gegen die Anwendung der Software Campus Management1 (die vor allem dem Ziel dienen soll, die straffere Organisation des Studienablaufes verwaltungstechnisch zu ermöglichen) gehen nun in die Weihnachtsferien (und damit ihrem Ende entgegen?). Zuletzt wurden nur noch die Proteste der Politologie-Studierenden am OSI laut, die anderen Studiengänge, zumal die naturwissenschaftlichen, haben das vermutlich immer schon gelassener gesehen.

Auf meinen ersten Post vor ein paar Tagen gab es einen Kommentar von Niklas Fichtenberg, dessen Blog einen wie ich glaube guten Überblick zu den Protesten an der FU gibt, Links zu wichtigen Dokumenten eingeschlossen. Das Thema „Bologna-Prozess“ beschäftigt mich sehr, deshalb hier noch ein paar ganz subjektive, den Protesten im Grunde widersprechende Ausführungen.

Metropolis

Rabenhorst freut sich, dass Fritz Langs »Metropolis« jetzt bei archive.org zum Download ansteht, und so finde ich ein interessantes Internet Archiv mit dem etwas hochtrabenden Motto „Universal access to the human knowledge“.

Nichtsdestotrotz: Es gibt tolle Stummfilmklassiker (Public Domain), neben »Metropolis« z.B. »Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens« und »M – Eine Stadt sucht einen Mörder«, es gibt Texte, z.B. das freie, internationale Project Gutenberg (nicht das kommerzielle deutsche Projekt!) mit dem menschlichen Genom (auch ein Text!), es gibt Musik, Software und mehr.

archive.org ist ein Bookmark wert!

Auguststr. 26a

Ein schmales Wohnhaus (zwei Wohnungen, ein Laden) in der Auguststraße, Berlin-Mitte. Die Fassade ist erfrischend klar gegliedert und trotzdem oder gerade deswegend spannend anzusehen. Was steckt gestalterisch hinter der Fassade, was haben sich die Architekten für Innen ausgedacht?

Die enge Straße, parkende Autos, die doch begrenzten Möglichkeiten mit einem Nikor AF 28-80 – es war nicht einfach, Eindrücke auf den Sensor zu bringen. Links nicht das Haus, aber ein Detail der Tür.

(Tipp von Dörte Küttler)


Geist in der Wissenschaft im Glück

Die sinn- und form-kriselnden Geisteswissenschaften hierzulande haben – obwohl in Gestalt des scheidenden Akademie-Präsidenten letztens im Radio-Interview unglaublich arrogant und eitel daherschwätzend – wohl noch einmal Glück gehabt. Ob sie es nutzen werden?

Aus der Regierungserklärung der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Annette Schavan:

Wissenschaft und Forschung dürfen nicht auf ihre ökonomische Verwertung reduziert werden. Herausragende Leistungen der Geistes- und Sozialwissenschaften und die freie Erkenntnissuche der Grundlagenforschung sind elementarer Ausdruck einer Wirtschafts- und Kulturnation.