Monthly Archives: Januar 2006

Kino im Januar

Das Jahr fing ja gut an, habe schon drei sehr gute Kinofilme gesehen: Erst Allens »Match Point«, dann Mereilles »Der ewige Gärtner« und zuletzt Hanekes »Caché«. Die genannte zeitliche Abfolge ist auch eine der Wirkungs-Steigerung, »Caché« trifft am meisten. Und Kino muss weh tun, sonst kann man sich die Zeit besser vertreiben.

Was ich erzählen will, ist die Irritation der Zuschauer. Nur eine Irritation bewirkt wirklich etwas. Man will ja aus dem Kino nicht so rauskommen, wie man reingegangen ist – das wäre verlorene Zeit. (Michael Haneke)



Ein Film muss wehtun wie ein Stein im Schuh. Es gibt doch keinen anderen Grund, ins Kino zu gehen. Wenn man was Schöneres erleben will, ist Sex besser. Oder Kanufahren. (Lars von Trier)



»Caché« bei der Wikipedia und Telepolis
»Der ewige Gärtner« bei der Wikipedia und Telepolis
»Match Point« bei der Wikipedia und Telepolis

Hamburg lockt!

Die Ausstellung »Schaulust – Sehmaschinen, optische Theater & andere Spektakel« im Altonaer Museum Hamburg macht die Vorgeschichte des bewegten Bildes als eine Welt voller kleiner Wunder und optischer Sensationen anschaulich – meint Telepolis und macht Lust auf einen Abstecher an die Elbe!

Evolution und alte Säcke rulez!

Das wäre doch ‚mal spannend, wie das Ergebnis einer entsprechenden Studie hierzulande aussähe!

In Großbritannien findet die Mehrheit die Evolution jedenfalls ungemütlich, Intelligent Design als pseudowissenschaftliche Spielart des Kreationismus hipper:

Ein überraschendes Detail der Umfrage: Menschen, die mehr als 55 Jahre alt waren, bevorzugten eher die Evolutionslehre, während die Befragten unter 25 Jahren mehrheitlich Intelligent Design wählten. „Das sagt einiges über die Rolle der wissenschaftlichen Ausbildung in diesem Land aus“, sagte BBC-Redakteur Andrew Cohen. „Wir müssen uns die Frage stellen, wie wir die Evolutionstheorie vermitteln.“

Soo schlecht sind die populärwissenschaftlichen BBC-Filme nun auch wieder nicht, dass sie dieses Ergebnis erklären würden. Auch im UK dominiert wohl Unterschichtenfernsehen.

Wachsen Asiens Bäume in den Himmel?

Die Dynamik und das Potenzial der alten asiatischen Hochkulturen China und Indien faszinieren uns, fordern zu einer Meinung heraus. Angesichts des wirtschaftlichen Wachstums, der demographischen Entwicklung, des enormen Selbstbewusstseins und der wieder aufkommenden Hegemoniegelüste muss man eine deutliche Veränderung der weltpolitischen Ordnung erwarten. Die Welt wird immer mehr zu einer multipolaren, der Weltpolizist USA und seine Satelliten werden ihre Paradigmen nicht mehr ohne weiteres durchsetzen können. Irgendwann wird das ressourcenhungrige China expandieren wollen / müssen; was heisst das für die große Weltpolitik?

Um die Entwicklungen in China und Indien richtig einschätzen zu können, sollte man zuerst die „europäische Brille“ absetzen, sollte man akzeptieren, dass unsere Art die Dinge, die Welt, die Menschen und ihr Wirtschaften zu sehen eben nicht universell ist. Die dort geltenden Regeln und existierenden Paradoxien müssen von uns verstanden und akzeptiert werden. China und Indien sind groß genug, sie brauchen uns nicht wirklich für ihr wirtschaftliches Wachstum.

In der heutigen NZZ findet sich ein Auslöser für diesen Post, ein fundierter, lesenswerter Artikel zum Aufbruch Chinas und Indiens. Das vielgestaltige Phänomen mit einer Vielzahl von Paradoxien wird vergleichend analysiert. Ein anderer Artikel in brandeins beschreibt empirisch das Selbstverständnis Indiens, das nicht als Entwicklungsland behandelt werden möchte und den Kampf gegen die Armut alleine gewinnen will. Ein Beispiel für eine durch die „europäische Brille“ getroffene Einschätzung der chinesischen wirtschaftlichen Expansionsziele findet sich ebenfalls in einem brandeins-Artikel im selben Heft.

Update: Su-Shee zu Brasilien, Indien, China

Nur keine Berührungsängste

Die nächste Lange Nacht der Wissenschaften wirft ihre Schatten voraus, zunächst mit einem originellen Karten-Motiv des Veranstalters. Und was sehe ich auf deren Seite, hey, die Geisteswissenschaftler gehen ins Netz!

Tipp von Antje

Und wir brauchen sie doch

Nicholas G. Carr hat mit seinem „IT doesn’t matter“ eine notwendige Diskussion losgetreten – und wurde IMHO zurecht widerlegt.

Das muss man nicht glauben, das – oder das Gegenteil – kann man auch statistisch beweisen: Der Haken und berühmte Pinguin-Designer will dazu beitragen und macht sich mit ein bisschen Hilfe von SPSS, R, S oder was-weiß-ich sowie spitzem Bleistift ans wissenschaftliche Erbsenzählen und Kaffeesatzlesen.

Bin gespannt, was dabei ‚rauskommt! Und auch darauf, wie sich der neue Job auf’s Blog auswirkt.

s.a. IT matters.

Samorost rulez!

Samorost2 von Amanita Design ist seit über einem Monat draußen!

Ich bin dann erst Mal beschäftigt…

(jetzt erst gefunden, via dataisnature, thx!)