Monthly Archives: Mai 2006

Super Photo Computer

Simon Norfolk hat den in der Kapelle der Technischen Universität Katalanien in Barcelona aufgebauten Supercomputer MareNostrum eindrucksvoll fotografiert. Darunter sind mehrere schöne Detailaufnahmen. Die Bilder und Erläuterungen gibt’s auf seiner Site. (Vorsicht, Flashalarm!)


     


(via BLDGBLOG)

Berlin-Hauptbahnhof

Das sind Sonnenkollektoren auf dem Dach des Berliner Hauptbahnhofes.

Ich konnte heute einen ersten Endruck vom neuen Bahnhof gewinnen. Auf den oberen Bahnsteigen möchte man als Berlin-Tourist gerne ankommen, glaube ich. Die Aussicht ist einfach beeindruckend. Von den unteren Bahnsteigen braucht man in etwa 5 Minuten bis nach oben – wenn man die richtigen Rolltreppen findet. Die viel kritisierte Decke im Zwischengeschoss sieht wirklich billig aus. Und sie ist lichtschluckend statt reflektierend.

Ich beneide die, die solch ein Gebäude vorab & leer stehend fotografieren können. – Trotzdem noch ein paar Bilder…


Noch ‚mal Dylan

Cate Blanchett wird Bob Dylan spielen, im »I’m Not There«-Projekt des Regisseurs Todd Haynes. Blanchett ist für den androgynen Aspekt des frühen Dylan zuständig, fünf weitere Akteure geben anderes in anderen Lebensphasen dazu. Das dürfte ziemlich ikonoklastisch werden! Und die Songs werden von Jack White, PJ Harvey sowie Michael Stipe dargebracht.

Dylan selbst hat seinen Segen zum Projekt gegeben.

(siehe Telegraph; Tipp von Julia)

Borniertheit

An diesem Wochenende wird der Berliner Hauptbahnhof mit Pomp und Getöse eingeweiht. Damit und mit gröfazigen Vergleichen versuchen Bahnchef Mehdorn und Claqueure ihre Kleingeisterei und das typische berliner Rumgenöle (am Zoo war alles besser als in der Wüstenei) zu übertönen.

Der Bahnhof, wie er jetzt ist, ist architektonisch großartig aber nicht grandios: der Architekt von Gerkan hat nicht aufgegeben und wehrt sich juristisch gegen die Urheberrechtsverletzung in Form der von kleinkarierten Motiven geleiteten Verstümmelung (v.a. das um 1/3 verkürzte Dach verhunzt die Proportionen; eine billig aussehende 08/15-Decke statt die mehr Lichtintensität bietende Gewölbedecke im Zwischengeschoss verschlechtert den Raumeindruck).

Von Gerkan als Architekt des Bahnhofs ist heute abend zur Eröffnung nicht eingeladen, seine ungehaltene Rede steht heute in der SZ. Und ich muss da ‚mal mit der Kamera hin!

[UPDATE 28.11.2006:] Vor dem Berliner Landgericht verlor die Deutsche Bahn heute gegen den klagenden Architekten Meinhard von Gerkan. Der Hauptbahnhof sei ein Kunstwerk, das durch den Einbau einer Flachdecke im Untergeschoss entgegen der ursprünglichen Planung des Architekten erheblich entstellt worden sei, ein Rückbau der Decke wäre durchzuführen.

Staeck

Man kann ja von Klaus Staeck als neugewähltem Präsidenten der Akademie der Künste halten was man will. Bonuspunkte hat er sich in meinen Augen allein schon damit verdient, dass er nicht mit BILD redet! (Quelle: Interview in der zitty 11/2006)

Und er mag das Haus, will da Leben reinbringen.

Desolation Row

Zu His Bobness 65. gibt’s hier die „Desolation Row„, ein atemlos gesungener Traum-Text-Steinbruch.

Nahmst dich heraus aus deinen Kleidern

Paula Modersohn-Becker, Selbstportrait 1906Genau 100 Jahre ist’s her, da passierte etwas erstmalig in der geschriebenen, überlieferten Geschichte: eine Frau malt den ersten Selbstakt, wird exemplarisch vom Objekt zum Subjekt. Paula Modersohn-Becker malt sich mit entblößtem Oberkörper vor dem Spiegel. Am 15.05.1906, im Alter von 30 Jahren & nicht lang vor ihrem Tode, am 6. Hochzeitstage aber bereits in Trennung und in Paris lebend. Das ist lange nach Dürer – und lange vor Valie Export und Cindy Sherman.

Der Modersohn-Spezialist weil Modersohn-Museumsdirektor Stamm schreibt profund darüber in der heutigen FAZ; daher stammt auch das Foto vom Bild. Und er zitiert Paulas Freund Rainer Maria Rilke, sein „Requiem für eine Freundin“:

Denn das verstandest du: die vollen Früchte. Die legtest du auf Schalen vor dich hin und wogst mit Farben ihre Schwere auf … Und sahst dich selbst zuletzt wie eine Frucht, nahmst dich heraus aus deinen Kleidern, trugst dich vor den Spiegel, ließest dich hinein bis auf dein Schauen; das blieb groß davor und sagte nicht: das bin ich; nein: dies ist.