Monthly Archives: September 2006

Leben. Sehen

In Köln ist photokina, die „Leitmesse für Augenmenschen in einer visuell dominierten Welt“. Dazu gibt es zahlreiche Fotoausstellungen in der Stadt. Ich habe, einem schmalen Zeitfenster entsprechend, die Ausstellung »Leben. Sehen« ausgewählt: Fotografien von Sibylle Bergemann, Barbara Klemm und Helga Paris aus verschiedenen Werkkomplexen seit den 1970er Jahren. Der Titel ist treffend gewählt – Menschen in ihrer sozialen Umgebung, visuell äußerst eindrucksvoll.

Dies ist ein Tipp für alle, die bis Mitte November nach Köln kommen und sich eine Stunde Zeit für unaufgeregt ruhige, introvertierte Bilder nehmen wollen.

Hochschulen und IT-Strategie

2 Tage war ich im Bergischen Land, in Gummersbach. Der sperrige Titel des Seminars: „IT-Unterstützung von Veränderungsprozessen – Hochschulen und ihre Steuerung im Digitalen Zeitalter“. Steuerungsaspekte und -ansätze unterschiedlicher Hochschulen wurden vorgestellt und diskutiert. So gut es ging in der Kürze der Zeit.

Das vielleicht Innovativste der Veranstaltung war, dass die Aspekte (betriebswirtschaftliches) Hochschulmanagement, IT-Strategie und Qualitätsmanagement zusammen gedacht, als sich wechselnd beeinflussende Notwendigkeiten im Bologna Prozess betrachtet wurden. Abgesehen vom Plenum musste man sich als Individuum natürlich für einen der drei parallellen Tracks entscheiden. Das Interdisziplinäre blieb im Track IT-Strategie zum Glück im Fokus.

Das Fazit vorneweg: IT matters!

Die Vorträge behandelten Themen und Fragen wie: Was ist der Wert einer guten IT, was ist eine gute IT, und wie lässt es sich messen? Ist IT ein Wettbewerbsfaktor? Verantwortung, Zuständigkeit und Kompetenz dezentralisieren, Strategie und Services – vor allem Netze und Identity Management – (re)zentralisieren. Wie kann man heterogene IT-Landschaften harmonisieren und wie könnte eine Next Generation University Infrastructure aussehen? Wie weiter mit eLearning (zwischen Geldsenke / Anspruch und Wirklichkeit / Notwendigkeit)?

Vibrator

Nach Norman Fosters »The Gherkin« noch so eine von – manchen als erotisch empfundene – Gurke: Jean Nouvels »Torre Agbar« in der Gaudi-Stadt Barcelona.

Die Zeit der Quader scheint endgültig vorbei zu sein.

(via zeit.de, Bilder zum Torre Agbar bei der Wikipedia)

Sammel-Wahnsinn?!

Entsprechend dem Gesetz über die Deutsche Nationalbibliothek (DNBG) vom 29. Juni dieses Jahres soll die Deutsche Nationalbibliothek, neben gedruckten sowie auf Ton- und Datenträgern gespeicherten „Medienwerken“ auch solche, die in „unkörperlicher Form“ vorliegen, der Nachwelt zu erhalten. Damit sind alle Darstellungen in öffentlichen Netzen (Text, Bild, Ton) gemeint.

c’t zum Stand der Dinge, Auszug aus dem Gesetz und Interview mit der Direktorin der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) in Frankfurt, Ute Schwens.

(siehe inzwischen auch dies und das samt Kommentare beim Isotopp)

Building The Gherkin

Wie schon zuvor auf den Münchner Architekturfilmtagen lief der Film „Building The Gherkin“ von Mirjam von Arx nun auf dem DOKU.ARTS-Festival in Berlin.

Jeder, der in den letzten Jahren ‚mal in London war, hat The Gherkin gesehen: Das in seiner Form ungewöhnliche Hochhaus bestimmt die Skyline (mit). Der Film schildert in einem Mix aus Nähe und Distanz, aus intimen und werbetauglichen Bildern die Entstehung: Planungs- und Bauphase, Abstimmungen zwischen Auftraggeber (Swiss Re), City of London, Architekten, Bauunternehmer, kurz zwischen allen Beteiligten. Diese Aufgabe managt eindrucksvoll Sara Fox. Und so ist die toughe doch charmante Powerfrau Sara für mich der Held des Films. Norman Foster hatte die geniale Idee, sein Büro hat diese ausgearbeitet – doch ohne Sara wäre das Vorhaben nicht (termingerecht) Realität geworden.

Kann ein einziges Gebäude die Karriere eines Architekten beeinflussen, das Image einer globalen Firma und die Skyline einer Weltstadt?

Genau ein Monat und ein Tag nach dem Anschlag aufs New Yorker World Trade Center wird in London der erste Stahlträger eines neuen Wolkenkratzers in Position gehievt. Die Frage ist unvermeidlich: Ist es richtig, einen so Aufsehen erregenden Turm mitten im Londoner Finanzviertel zu bauen, auf einem Platz, wo schon einmal eine Bombe hochging?

Doch auch sonst gibt das vierzigstöckige Hochhaus Anlass zu Kontroversen. Norman Foster, einer der visionärsten zeitgenössischen Architekten, nennt sein Design des Swiss Re London Hauptquartiers „radikal – in sozialer, technischer, architektonischer und räumlicher Hinsicht“. Grösse und Form des neuen Turmes sind in der Tat so radikal, dass das Gebäude in den Medien von Beginn weg als „erotische Gurke“ bezeichnet wird.

Im The Guardian sang seinerzeit Jonathan Jones ein Loblied auf Fosters Bau als zeitgemäßer Ausdruck moderner Kunst: „A fine Pickle„. Jones stellt in diesem Sinne – Architektur als Kunst – The Gherkin in eine Reihe mit Gehrys Guggenheim in Bilbao (Kubismus) und Libeskinds Jüdischem Museum in Berlin (Expressionismus).

            

(Bilder und Zitat von der offiziellen Seite zum Film)

Das Wissenschaftsarchiv der Royal Society

Die britische Gelehrtengesellschaft „Royal Society“ veröffentlichte die wichtigsten wissenschaftlichen Dokumente aus über 340 Jahren im Internet. Leider nur bis Ende 2006 stehen diese kostenfrei zur Verfügung. Darunter sind u.a. Papers von Bohr, Crick, Darwin, Faraday, Hawking, Heisenberg, Joule, Newton, Pauling, Pavlov, Schrödinger, Turing, Watt sowie biographische Texte der Fellows zu finden.

Royal Society – Publishing – Reader Gateway – Journals archive from 1665

(via golem.de)

Vorfreude

Sonic Youth geben im Dezember ihr einziges Deutschland-Konzert in Berlin. Und ich hab ’ne Karte!

Vor 26 Jahren, bei ihrer ersten Europa-Tournee, krachte es schon mächtig. – Bin sehr gespannt.