Monthly Archives: März 2007

Perspektivwechsel

Man kann auch ‚reinzoomen, auf Mittel-Ost-West-Süd-Europa:

(vom Norman B. Leventhal Map Center, gefunden via Text & Blog)

John Backus

Ein weiterer Informatik-Pionier ist von uns gegangen: John Backus. Für mich verbindet sich seit dem Studium mit dem Namen die Backus-Naur-Form.

(via golem.de)

ReGenesis und 2057

arte.tv macht sich gerade mit der Ausstrahlung der kanadischen Serie »ReGenesis« und der deutsch-amerikanischen Produktion »2057 – Die Welt der Zukunft« in Sachen unterhaltsamer und kritischer Wissenschaftsvermittlung verdient. Nach allem, was ich bisher gesehen habe, sind beide Serien sehens- und also empfehlenswert.

Bei ReGenesis geht’s immer montags um die Protagonisten des fiktiven Bio-Labors NorBAC in Toronto, um Forschung in der Biotechnologie im weiteren Sinne. Wer Lust hat, kann sich auch in die Spiel-Realitäten auf der kanadischen Website verlieren. (s.a. Wikipedia zu ReGenesis)

2057 läuft seit gestern an drei Samstagen (Ich empfehle die internationale Fassung, nicht die deutsche im ZDF.) und befasst sich in fiktionalen Spielszenen und Dokumentation mit unserem Alltagsleben in 50 Jahren, wie es möglicherweise mit allen Ambivalenzen durch Technik, Wissenschaft und Überwachung geprägt sein könnte. Die drei Folgen haben die Schwerpunkte Mensch, Stadt und Welt.

Shift Happens

Olle Dylan hätte vielleicht gesagt, The Times, They Are A-Changin‘.

(via c0t0d0s0.org)

Organisation? Management?

Ich lese gerade teils wunderbare da nachdenklich machende und dabei auch amüsierende Essays des Soziologen und Wirtschaftswissenschaftlers Frank. E. P. Dievernich: »Achtung Organisation! Vorsicht Management!« Der erste Essay, „Der Kunde ist die Katastrophe“, bescheibt das Entgleiten des Kunden, wie dieser sich von Unternehmen löst, eigene Entscheidungen trifft, zum Verdammnis wird.

Der zweite Essay, „Re-Activate the Management – Zur Verantwortung des Beobachters“ hat mich dann völlig in den Bann gezogen. Dievernich beruft sich hier auf Heinz von Foerster, auf dessen Figur des Beobachters. Alles was wir beobachten, sind Beobachtungen eines Beobachters, nicht die (objektive) Realität! Wir konstruieren uns die Wirklichkeit, spielen unsere Beobachtungen in das System (Unternehmen, Organisation) ein – und sollten dafür, für die geschaffene Wirklichkeit die Verantwortung übernehmen. Und da, wo im System qua rationaler Logik sich die Entscheidungen nicht selbst treffen können, da sind wir gefragt. Nach von Foerster können wir eh nur die unentscheidbaren Fragen entscheiden. – Die Wiederbegegnung (1, 2, 3) mit von Foerster’schen konstruktivistischen, kyber(n)et(h)ischen Ideen ist für mich ein Genuss.

Weitere Essays, deren Titel neugierig machen, sind u.a. „Unternehmen suchen den Superstar“, „Kommunikationsangst in Unternehmen“, „Leidenschaftslose Organisationen“, „Emotionen als Grundlage von Organisationen“ und „Entakademisierende Organisationen“ – zu letzteren gehören übrigens auch diejenigen Organisationen, die sich genuin der Bildung und Wissenschaft verschrieben haben, und sich zunehmend dem ökonomischen Paradigma der kurzfristigen, auf Effizienz bedachten Anschlussfähigkeit unterwerfen. Das Schlagwort von der „Lernende Organisation“ ist so etwas wie ein unfreiwilliger Witz, denn „Lernende Organisationen“ scheitern regelmäßig an der Haltung des einzelnen „Insassen“ der Organisation, die da lautet: „Das haben wir noch nie so gemacht, das war schon immer so und da kann ja jeder kommen.“

In den insgesamt 14 Essays auf 157 Seiten stecken viele interessante Beobachtungen (sic!), Anregungen, Lesevergnügen.

Enso

Aza Raskin von Humanized in TR über Enso, eine Benutzerschnittstelle zwischen Betriebssystem und Oberfläche, die sich an Benutzer anpasst: Enso setzt auf Sprache, auf textuelle Befehle statt auf Mausklickerei oder Widgets & Dashboards. Man drückt eine Taste, und gibt ein, was man tun möchte – das erinnert mich an den Emacs.

Normalerweise muss man die zu bearbeitenden Inhalte immer zu einer Anwendung bringen, die die passende Funktionalität besitzt. Enso nutzt die Leistungsfähigkeit natürlicher Sprache, um die Funktionalität zum zu bearbeitenden Inhalt zu bringen.

Zwei Nachteile hat Enso mindestens: erstens muss man wissen, was man tun möchte, und zweitens muss man tippen können. (Wär doch schön, gäbe es schon das ironic-Tag.)

(s.a. Interview auf Technology Review, Homepage und Demo von Humanized)

The Berlin Brain

Gestern war ich bei einem bibliothekarischen Fachgespräch dabei und konnte eine Führung in Lord Norman Forsters Philologischer Bibliothek an der FU Berlin genießen. Das Gebäude wird ob seiner Form auch „The Berlin Brain“ genannt und überzeugt durch zahlreiche innovative Merkmale wie natürliche Belüftung und Beheizung bei Verzicht auf Klimaanlagen. Viel Aufmerksamkeit wurde den Details gewidmet, die in ihrer Summe für eine ruhige und helle Arbeitsatmoshäre sorgen. Ein toller Ort zum Arbeiten; die Präsenzbibliothek steht allen Interessierten offen!

(Informationen zur Bibliothek & Architektur)