Monthly Archives: April 2007

Lullaby for Liquid Pig In the Maybe World

Lisa Germano solo auf der Bühne im berliner Babylon (na gut, mit Sideman am Bass): genauso fragil und vielschichtig wie ihre Songs, verlegen den Beifall annehmend, nach ein paar Takten an der Gitarre fällt ihr ein, dass sie diesen Song ja eigentlich … sie wechselt zum Klavier, meistert mit Leichtigkeit die doch komplexen Songs. Sehr intim, symphatisch, authentisch. Am Ende des dreiviertelstündigen Gigs räumt sie ihre Utensilien und Wasserflaschen selbst zusammen, verheddert sich fast im Kabel.

Dann kam Mick Harvey. Und zwar mit einer Band, Vollblutmusiker wie er, an Drums, Orgel, Gitarre und Kontrabass. Sehr druckvoll spielend, trotzdem fein nuanciert, vor allem die jazzigen Drums.

Meine Skepsis war schnell verflogen, ich ließ mich von den Songs, der Spielfreude mit- und zum Kauf von „Two Of Diamonds“ hinreißen.

Weltall Erde Mensch

Der DDR-Jugendweihe-Klassiker „Weltall Erde Mensch“ erlebt ein Revival! Nicht mehr nur lassen sich antiquarische Exemplare via ZVAB finden, das Neue Leben scheint auch noch nicht verloschen zu sein und bringt die Zukunftsprognosen der 1960er neu heraus. Oder doch nicht.

Anyway, Sascha „Wir nennen es Arbeit“ Lobo bringt seine Zukunftsvisionen in „2036“ auf den Punkt. Sehr lesenswert. Und das Lächeln nicht vergessen!

(UPDATE: Postcards Show The Year 2000 [ca 1900], via Haken)

Ist Elfriede Jelinek der neue Punk?

Passend zum Welttag des Buches & für alle, die es noch nicht bemerkt haben: Elfriede Jelinek veröffentlicht ihren aktuellen Roman „Neid“ ausschließlich im Web. Wenn auch unfrei, so ist es doch eine heimtückische Attacke gegen das Haptische, gegen das kuschelige Lesen am Kamin, in der Badewanne oder im Bett.

(via Julia, die auch auf die Jelinek-Lynch-Connection hinweist)

Hammerklavier

Mitsuko Uchida gab am vergangenen Samstag ein Solokonzert im Kammermusiksaal, und hat mich insbesondere mit ihrer Interpretation von Beethovens Großer Sonate für das Hammerklavier fast kirre gemacht.

Auf alten Gleisen