Monthly Archives: Juli 2008

Unordentliches Wissen

David Weinberger, mir bekannt vom »Cluetrain Manifest«, befasst sich in seinem Buch »Das Ende der Schublade. Die Macht der neuen digitalen Ordnung« (Everything is Miscellaneous. The Power of New Digital Order) mit der Geografie und der Form, mit der Ordnung und der Unordnung, mit der Vergangenheit und der Zukunft des Wissens. Es ist ein Plädoyer für die Unordnung als natürliche Ordnung –

Die menschlichen Themen sind zu groß und zu schwammig, um gut in Schubladen zu passen.

–, wider hierarchisch durchgesetzte Taxonomien, pro bottom up erzeugtes bzw. dokumentiertes Wissen.

Eleanor Roschs Forschungen zeigen, dass Unordnung sozusagen zu unserer Essenz gehört. Sich vorzustellen, dass wir ohne Unordnung denken könnten, würde bedeuten, dass wir wie Computer denken würden – mit anderen Worten: dass wir überhaupt nicht denken würden.

Da bleibt natürlich ein nebenbei ausgeteilter Seitenhieb gegen die Don Quichotterien (?) der Semantic Web Projekte nicht aus:

Das Semantic Web soll das Web durch die Kraft der Metadaten schlau machen, manchmal allerdings auf eine Weise, die an Bemühungen der zweiten Ordnung, das Universum zu kategorisieren, erinnert.

Ein lesens- und bedenkenswertes Buch! Das Weinberger übrigens den Bibliothekaren widmete.

Ein Orchester, bestehend aus Robotern?

Atsuo Takanishi hat einen Roboter gebaut, der Flöte spielt. Derzeit entwickelt er einen Saxophon spielenden Partner. – Warum könnte das sinnvoll sein?

Die menschliche Motorik besser zu verstehen, ist eines seiner Ziele. Wenn Roboter Mimik zeigen und auf menschliche Emotionen reagieren können – die Mensch-Maschine-Interaktion wäre um Einiges spannender! Solch ein Roboter wäre sicher flexibler in der Pflege z.B. Älterer einsetzbar, eine Domäne, auf die man in Japan in weiser Voraussicht technologisch fokussiert.

(via IEEE Spectrum, hier ein Video, der Flötist beim Spielen)

Präsentieren und Rezipieren

Sich ein Bild, einen Film, ein Kunstwerk zu erschließen – um es genießen zu können –, muss nicht einfach und bequem sein.

Es sollte aber nicht unangenehm sein.

Kino Mainz und Pengland haben am Samstag ihr 1. Mainzer Kinokabarett mit dem letzten öffentlichen Screening abgeschlossen. Das war eine Geduldsprobe für die interessierten Filmfreunde. Der Charakter des Projektes impliziert wohl auch, dass bei der Präsentation improvisiert wird. Nun gut, aber nahezu unerträglich peinlich war die Verve, mit der die Film-Eleven sich in Sachen Selbstdarstellung übten. Die, die am meisten auf den Pudding hauten, waren filmisch sicher nicht die Besten… Trotzdem gab es durchaus Sehenswertes und Originelles zu sehen, z.B. »Sommerliebe« und »Mann oder Frau«.

Vielleicht sollten die Aktivisten bei den künftigen Screenings ihrer Filmprojekte unter sich bleiben; das interessierte Publikum wäre für einen rein visuellen Best-Of-Abend sicher dankbar.

»die welt sollte zunächst so bleiben, wie sie ist.«

So heisst die aktuelle Ausstellung in der Mainzer Kunsthalle. Thomas Kilpper hat Zeichnungen und Collagen so aufgehängt, dass man sie sich nur via Spiegelroller oder auf dem Rücken liegend ansehen kann.

Das ist doch ‚mal eine entspannte Art, anstrengende Kunst zu rezipieren!

Mainz Photos #14

Regenbogen über den Dächern, gestern (2008-07-19 19:59:46).

Mainz Photos #13

Miltenberger Heunensäule auf dem Domplatz Mainz im Abendlicht

Sommer

Vor einem Jahr war ich das erste Mal in Bingen und Mainz, sozusagen auf Probe. Jetzt ist mein erstes Semester (in Darmstadt) vorbei. Und es ist Wanderzeit, Zeit, an den Wochenenden die Region zu erkunden. Zum Beispiel das Obere Mittelrheintal, speziell einen Abschnitt des Rhein Burgen Wanderweges.

  

Fart or Art?

Mainz-Kastel, unter dem Brückenkopf: