Monthly Archives: November 2008

Auf’m Campus #10

  

Das Semester ist schon / erst zur Hälfte ‚rum – doch der Blick reicht schon weit ins kommende Jahr: während Studis sich zwischen Ersti-Party und Weihnachten auf Studiengebühren einrichten (Klick links), liegt dort rechts die materialisierte Lehrplanung für den kommenden Sommer.

FILMZ 2008

Heute Abend beginnt die Ausgabe 2008 des Festivals des Deutschen Kinos mit „Freigesprochen“. Am Sonntag Abend ist dann die Abschlussgala.

Der ganze Turm

Es blieb spannend bis zum Schluss, und endet am 9. November ’89; das letzte typographische Zeichen in Tellkamps „Der Turm“ ist, sehr sympathisch, ein Doppelpunkt.

Für mich ist das Erzählte nicht weniger als die literarisch verdichtete Quintessenz der 80er Jahre in der untergegangenen DDR. Da ist irgendwie alles drin, was ich unbewusst gesucht habe. Da ist vieles drin, was ich gar nicht gesucht habe, was auf dem Wege des Vergessens war. Für mich stimmt, was Jens Bisky in der SZ (laut Schutzumschlag) behauptet haben soll: Wer wissen will, wie es damals war, soll diesen Roman lesen.

Wobei später Geborene und anderswo Sozialisierte ihre Probleme haben werden, manche Eigenart, manches Zeichen, manches Verhalten zu verstehen. (Das ist dann ungefähr so unbekannt absurdes Land, wie ich es in Joan Didions Amerika-Essays beschrieben finde. Gleichwohl spannend.) Natürlich versucht man Personen zu entschlüsseln, ich vor allem in den Schriftsteller-Kabalen. Man denkt dann, z.B. Fühmann, Hacks, die Kuczynskis entdeckt zu haben, aber das ist Quatsch. Die Figuren sind Typen, in jeder stecken mehrere. Ebenso sind manche Ereignisse satirisch überzeichnet, mögen unwahrscheinlich, unglaubhaft sein – und sind gerade deshalb wahr. Es ist ein Roman und kein Geschichtsbuch, es ist Kunst.

Tellkamp erzählt unglaublich spannend und abwechslungsreich. Ganz und gar nicht langweilig sind diese fast tausend Seiten, mitunter gar sehr pointiert: Das kürzeste Kapitel hat 3 Zeilen und besteht aus fünf Worten.

Mehr Worte, eine ausführliche Rezension mit grober Darstellung des Inhalts, der Handlung, findet sich u.a. bei Begleitschreiben.

Mainz Photos #20 (Castellum)

Mainz Photos #19 (Weihnachtsfichte)

   

Während es anderswo schon schneestöberte, fiel hier erst einmal nur eine potenzielle Weihnachtsfichte um.

Erde, Mond, 1966

Ein Lehrstück für die Notwendigkeit guter Langzeitarchivierung ist das Drama um die 1966 von den Lunar-Orbiter-Raumsonden aufgenommenen Bilder vom Mond. Die Filme wurden damals automatisch an Bord entwickelt, die Negative in Streifen gescannt und dann zur Erde gefunkt. Dort wurden diese dann ausbelichtet, zusammengefügt und noch einmal abfotografiert. Danach wurden die Aufnahmen immerhin auf Magnetbändern gespeichert. – golem.de berichtet über die wechselvolle Geschichte der Digitalisierung dieser Bänder.

Das Lunar Orbiter Image Recovery Project (LOIRP) der NASA macht diese Bilder nun öffentlich zugänglich. Oben sieht man

The world’s first view of Earth as released to the public taken by a spacecraft from the vicinity of the Moon. The photo was transmitted to Earth by the United States Lunar Orbiter I and received at the NASA tracking station at Robledo De Chavela near Madrid, Spain. This crescent of the Earth was photographed August 23, 1966 at 16:35 GMT when the spacecraft was on its 16th orbit and just about to pass behind the Moon.


Der halbe Turm

Ich habe die Hälfte, das erste Buch von Tellkamps „Der Turm“ – Die Pädagogische Provinz – geschafft. Und ich bin immer noch begeistert von seiner Art zu erzählen, eine Art, die ich als Wiederentdeckung der Langsamkeit des Erzählens, das Pflegen eines gründlichen Erzählens empfinde. Dabei gibt es stilistisch eine ziemlich große Abwechslung, manche Kapitel kommen als Drama daher, andere sind Slapstick, reflexiver Tagebucheintrag, Naturbeschreibung usw..

Und dann ist da dieses Motiv, dass die spezifisch Dresdener Art zu denken, früher und heute, sehr gut beschreibt:

Dresden … In den Musennestern / wohnt die süße Krankheit Gestern