Monthly Archives: Dezember 2008

Finis, Zweitausendundacht

Sicherlich muss man keinen Jahresrückblick verfassen. Es gibt genug davon, wen interessiert’s!

Dieses Jahr gestehe ich mir aber eine Ausnahme zu, weil es doch einige Besonderheiten, Merkwürdigkeiten und Überraschungen gab. Eine Auswahl:

Nationalökonomie ist, …

… wenn die Leute sich wundern, warum sie kein Geld haben. – Bei der sonntäglichen Zeitungslektüre bin ich über den Text von Kurt Tucholsky gestolpert. Erschienen am 15. September 1931 in: Die Weltbühne, heute bequem nachzulesen im Sudelweb, pardon, im Sudelblog: Kurzer Abriß der Nationalökonomie.

Jede Wirtschaft beruht auf dem Kreditsystem, das heißt auf der irrtümlichen Annahme, der andre werde gepumptes Geld zurückzahlen. Tut er das nicht, so erfolgt eine sog. „Stützungsaktion“, bei der alle, bis auf den Staat, gut verdienen. Solche Pleite erkennt man daran, daß die Bevölkerung aufgefordert wird, Vertrauen zu haben. Weiter hat sie ja dann auch meist nichts mehr.


Ist das schon Winter?

   

   

Eine kleine Wanderung: von Rüdesheim hoch zur Germania (Niederwalddenkmal), weiter den Rheinsteig bzw. Rheinburgenweg entlang nach Assmannshausen, dort leichter Abstieg und durch die Weinberge und an der Ruine Ehrenfels vorbei zurück nach Rüdesheim. Nur 3 Stunden, aber dafür welche mit eiskaltem Wind. Und strahlend blauem Himmel.

What’s Keeping Women Out of IT?

Frauen sind in der Informationstechnologie unterrepräsentiert. Ihr Anteil hat sich in den letzten Jahren gar verringert, in den USA zum Beispiel von 36% in 1986 auf 17% in 2004. Die Programmiererinnen Ada Lovelace und Admiral Grace Murray Hopper wirken nicht mehr als Vorbild. Hierzulande das gleiche Dilemma, MINT wird vermutlich auch nicht viel ändern.

Warum ist das so? Anna Martelli Ravenscroft nennt in einem sehr interessanten Artikel im IEEE USA Today’s Engineer folgende Gründe: Diskriminierung, geringes Selbstvertrauen, negative Wahrnehmung der IT, geringere Vertrautheit im Umgang mit IT, das Fehlen von Rollenmodellen und Mentoren, das Geek-Stereotyp und letztlich die Selbstdefinition von IT. Das sind in meinen Augen soziologisch motivierte und evidente Erklärungen; der letzte Grund kritisiert die Selbstdarstellung der IT:

Finally, IT is frequently defined too restrictively, excluding or ignoring areas such as Web design, animation, bioinformatics, statistical processing, educational technology, and experimental design. This too-narrow definition tends to exclude those who might otherwise enter through a „non-traditional“ pathway.

s.a. „The EE Gender Gap Is Widening“, dort vor allem die Kommentare!

Abschied von der Gerechtigkeit

Früher war Gerechtigkeit untrennbar mit Freiheit verbunden. Heute hat der Gerechtigkeitsbegriff das Primat, hat fast jede Diskussion okkupiert. Im Zusammenhang mit sozialer Depression führt die Sehnsucht nach Umverteilung – das steckt letztlich hinter dem Begriff, wie er heute gebraucht wird – in eine Abwärtsspirale. Aber Stagnation vermehrt weder die materiellen noch die immateriellen Ressourcen – die Voraussetzung, um

blockierte Wege frei zu machen, Chancen zu eröffnen, Möglichkeiten des Aufstiegs zu bieten: für jeden einzelnen Menschen, für benachteiligte Gruppen, für ganze Völker, ja Weltregionen. So haben wir es in den vergangenen Jahrzehnten, nicht zuletzt im globalen Maßstab, immer wieder erlebt und erleben es noch. Dafür ist Bildung so wichtig, wie es wirtschaftliche Dynamik ist.

Ein lesenswerter Text von Paul Nolte.

Auf’m Campus #13 (IVI FFM)

Das IVI, Ort der Frankfurter Gegenuni. (Infos: DLF, ivi: theorie, praxis, party, Uebergebuehr)

[UPDATE:] Irrelevanz vor dem Ende

Input, Muse

Generalist Magazin für Architektur        

Viel versprechende Lektüre wartet, ich freue mich auf die freien Tage.

»Generalist« ist ein nagelneues Architektur-Magazin und kommt vom FB Architektur der TU Darmstadt. Es scheint wirklich anders zu sein, als die zig anderen auf dem Markt.

Über »Lettre International« zu reden, hieße, Eulen nach Athen zu tragen. Im aktuellen Heft schreibt Peter Krieg (Seine Paranoide Maschine hatte ich einst gern gelesen und hier seziert.) über „Krankes Geld“.

Und dann noch das einhundertste Heft von (Das sind die, die ganz vorne, an der bleeding edge der gesellschaftlichen Entwicklung schreiben.), Gratulation!