Monthly Archives: Dezember 2009

Übertrag

Scheinbar können wir ohne Listen nicht sein. (Die zum Jahreswechsel offenbar unvermeidlichen Rückblicke sind auch nur eine spezielle Form von Listen.) Und so macht Umberto Eco Listen zum Thema einer von ihm kuratierten Ausstellung im Louvre – und wirft dazu, natürlich, auch ein Buch auf den Markt. Dieses gehört zu meinem persönlichen Übertrag für das nächste Jahr: was 2009 „liegenblieb“.

Nosferatu@Lübeck

Lübeck, Holstentor

Neben dem Lübecker Holstentor ist Nosferatu-Land.

Strandurlaub

Lübeck-Travemünde, auf dem Priwall.

Shannons letzte Message (2001)

Axel Roch hat ein sehr lesenswertes Buch über Claude Elwood Shannon, den Begründer der Informationstheorie, geschrieben. Die Theorie ist ein Kind des militärisch-industriellen Komplexes, Feuerleitung, Kryptografie und auch Kryptoanalyse waren während des WKII und des kalten Krieges die Anwendungsfelder – und Ursache für die Geheimhaltung der Entstehungsgeschichte bis weit in die achtziger Jahre. Das Buch heißt »Claude E. Shannon: Spielzeug, Leben und die geheime Geschichte seiner Theorie der Information«.

Shannon starb im Jahr 2001. Roch zitiert Shannon abschließend wie folgt:

[The] symbolic year 2001 […] could mark the beginning of a phase-out of stupid, entropy-increasing, and militant human race in favor for more logical, energy-conserving, and friendly species – the computer.


Kulturrevolution: Skulpturen der Mao-Zeit

Beeindruckend seltsam sind die 100 Skulpturen des Agit-Prop-Ensembles »Der Hof für die Pachteinnahme«, ein 1965 entstandenes Musterkunstwerk im fernen China. Hier sieht man einen Ausschnitt, dargestellt ist der Großgrundbesitzer Liu Wencai. Das Figurenensemble der Ausstellung, die derzeit noch in der Frankfurter Schirn zu sehen ist, ist eine transportable Kopie aus verkupfertem Fiberglas.

Kann es sein, dass bei der Rezeption solcher historischen Werke mit der Zeit die gebotene kritische Distanz verlorengeht?

Short Cuts #7

Was war und ist und mir wichtig bleibt kann man – auch wenn hier lange Funkstille ist – natürlich immer in den Clips rechts im Blog sehen, bei den „bookmarks@delicious“ und den „Empfehlungen“. Trotzdem füttere ich jetzt hier kurz das Netz: Schirrmachers »Payback« (Das hatten wir hier schon.) wird anderswo nicht nur (von den üblichen Verdächtigen) nicht verstanden und heruntergemacht. Es gibt auch tolle Rezensionen und Diskussionen in den Kommentaren, auf Qualitätsseiten eben: Begleitschreiben und weissgarnix. Wobei bei Letzterem einige Kommentatoren ziemlich ruppig sind und hauptsächlich um ihrer selbst willen kommentieren und trollen. #55 bringt’s auf den Punkt, im schlechtesten Fall sind

Internetdiskurse […] komischerweise völlig linear, sie löschen aus, was sie kommentieren, weil es ums kommentieren geht, nicht um die source.

Schirrmacher selbst scheint das Bornierte kaum ertragen zu können; er legt nach.
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Bolaño bleibt mir 2010 erhalten: »2666« geht, »Die wilden Detektive« kommen!
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Die Wintersonnenwende ist geschafft.

Short Cuts #6

Ein Betriebsrestaurant gewinnt den DAM Preis für Architektur in Deutschland 2009! Das Dach muss wirklich eine beeindruckende Sache sein, zumindest lassen das Modell und die Fotografien dies erahnen. Ansonsten ist der Preis vor allem eine Feier für realisierte Museumsprojekte, aber auch eine Landmarke und ein Kuhstall sind unter den Finalisten.
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Heute trat der Lissabon-Vertrag in Kraft. Aus diesem Anlass eine undotierte Quizfrage: Wo steht das höchste Gebäude der EU? – Der Ostberliner Fernsehturm von 1969 ist knapp nur das zweithöchste Bauwerk. (mehr »)
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Der Hype um die Botticelli-Ausstellung im Städel verspricht mehr, als dann letztlich zu sehen ist. Immerhin sind aber auch ein paar echte Botticellis zu bewundern, z.B. Simonetta. Überhaupt vermögen mich nur die Porträts zu überzeugen.
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Für Liebhaber von Adventskalendern unter den Freunden des Films gibt es das berühmt-berüchtigte (Eigenwerbung) Exemplar der Mainzer Filmklasse. Studierende der Akademie für Bildende Künste zeigen täglich einen neuen kurzen oder sehr kurzen Film. Hinter den Kalendertürchen (bzw. den Umzugskartons) verbergen sich cineastische Wundertüten.
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Das Museum Brandhorst in München gehört übrigens auch zu den ausgezeichneten Architekturleistungen 2009. Nur ein paar Meter weiter kann man sich am kommenden Wochenende von Lebkuchen, Punsch & haltbaren schönen Dingen bezirzen lassen: Weihnachtsausstellung in der Werkstatt einzelstücke4.