Monthly Archives: August 2012

Heroische Geste

Gutenberg an der Druckerpresse, Detail der Skulptur von Karlheinz Oswald am Mainzer Karmeliterplatz

Digitale Demenz

Martin Lindner zieht auf Google+ eine Zwischenbilanz zu Martin Spitzers »Digitale Demenz«. In überarbeiteter Fassung steht der Text bei CARTA, die Diskussion geht jedoch bei Google+ weiter.
(UPDATE)

Sangrado oder das Konzept Fürstenerziehung

Im letztens hier erwähnten Essay »Sangrado« von J. M. R. Lenz spricht dieser fiktiv die Kardinäle Richelieu und Fleury in ihrer Rolle als „Fürstenerzieher” (Ludwig der XIII. bzw. Ludwig der XVI.) an.

Das erwähnte Zitat im Wortlaut:

Die Erziehung ist seit einiger Zeit die Lieblingsangelegenheit unsers Jahrhunderts geworden, und was ist schmeichelhafter für den menschlichen Eigendünkel und für die menschliche Schwachheit zugleich, als die Triebe und Kräfte vernünftiger Wesen zu lenken, die, an dem Anfange ihrer Entwicklung, den Widerstand noch nicht leisten können, den man bei Wesen von schärferer Einsicht und tätigerem Willen befürchten muß. Da der Mensch von Natur eher befehlen als gehorchen mag, so tritt er mit einer Menge moralischer Maximen, die meist nicht durch eigene Erfahrung erworben worden, über und über gepanzert auf die Bühne, und der schmeichelhafte Wahn, der Gesetzgeber einer Nachwelt zu werden, sollte er sie auch gleich, wie Lysander, nur durch Spiele und Eidschwüre betrügen, lässt ihn über alle Urteile einsichtsvoller Zeitgenossen stolz hinaussehen. Diese Helden der Erziehung würde ich gerne in ihrem Werte lassen, wenn sie uns einen bestimmten und vernünftigen Zweck anzugeben wüssten, nach welchem sie erziehen. Da es aber scheint, daß sie nur das Ideal ihrer eigenen Person zu diesem Zwecke erheben, […] Der Erzieher eines Prinzen zu werden, ist freilich eine sehr schmeichelhafte Idee, da der Prinz im Grunde der Erzieher eines ganzen Volkes, einer halben Welt ist. Was kann kühner sein, als durch moralische und metaphysische Kräfte das Primum movens einer Maschine zu werden, deren Wirkungen unendlich sind.

Quelle: Jakob Michael Reinhold Lenz, Sangrado. In: J. M. R. Lenz, Gesammelte Schriften. Herausgegeben von Franz Blei. Band 5. München: Müller 1913, S. 305-306

Ziemlich alte Steine

Im Tal Glendalough in den Wicklow Mountains kann man die Überreste einer für Irland bedeutenden Klostersiedlung mit einem Rundturm betrachten. (Letzterer war auch sehr komfortabel vom Hotelzimmer aus zu sehen.)

In der Nähe der nördlich Dublins am Boyne gelegenen Stadt Drogheda befinden sich einige sehr gut wieder freigelegte, restaurierte steinzeitliche Hügelgräber, in denen die Grabstätten wiederum als Ganggräber ausgelegt sind. Wir schauten uns Knowth und Newgrange an. Während Knowth beeinduckend viele künstlerische Stein-Zeugnisse hat, weckt Newgrange mit einem sehr knappem Gut – Winter Solstice – Begehrlichkeiten. (Bei Interesse bleibt nur die Lotterie.)

Einige Fotos noch aus Glendalough und von den Grabanlagen, nicht jedoch vom Schlachtenbummeln am Boyne:

Wandertage im Grünen

Because of the song made famous by Johnny Cash, visitors to Ireland also often expect to see the famous Forty Shades of Green. But if they’re flying into Dublin, over what James Joyce called ‘snot green’ Irish Sea (make that 41 shades), they may be disappointed. A combination of intensive farming and dubious planning decisions has reduced the number of recognisable shades of green around Ireland’s capital to about 15. […] It’s only when you get out into the countryside that Ireland’s reputation as the Emerald Isle is vindicated.
»Xenophobe’s guide to the Irish«, London 2005, S. 12


Los ging es im Dauerregen im Marlay Park im Süden Dublins. Dann wurde es in und um Glendalough trockener, zuletzt schließlich auf Howth regelrecht heiter.

Beweisfotos nachstehend: