… als der Mann zu der Frau sagte: »Mein Apfel!«

Eine kurze Notiz zu »Der Große Fall« von Peter Handke.

Vor dem mysteriösen Großen Fall, auf den alles Erzählte im Buch hinausläuft, liest man in Handkes typisch poetischer Sprache über müßiges Gehen, anfangs teils gar rückwärts, und Sehen; von einer Bewegung des Helden vom äußersten Rand hin zum Zentrum einer Metropole (Paris?), in eine Anderswelt. Raum und Zeit erscheinen beim Lesen gedehnt, die Erlebnisse surreal, oft.

Handkes Sprache ist berührend altmodisch, da gibt es Worte, die einen in einen anderen Modus der Wahrnehmung versetzen, zum Beispiel Anderslauten, grundanders, gehalst und geherzt, ein Antlitz machen – um nur einige wenige Beispiele aus der zweiten Hälfte der Erzählung zu nennen.

Ein Brief – man schreibt wieder Briefe in dieser Anderswelt, es bilden sich gar nächtliche Schlangen vor dem Briefkasten – des Helden an seinen Sohn enthält einen interessanten Gedanken, die einzige Erwartung des Vaters an ihn: „Von Dir zu lernen.”

Am Ende dann also »Der Große Fall«. Die Sehnsucht nach der Katastrophe, das Schwelgen in einer Endzeitstimmung haben Konjunktur. Aber Texte von Peter Handke folgten in meiner Wahrnehmung noch nie dem Zeitgeist, war es bisher nicht eher umgekehrt?

Rezension von Lothar Struck auf Glanz & Elend


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