Altersweise?

»Rather Ripped« ist große Klasse. – Besser sagte es Gerrit Bartels gestern in der taz:

Wenn eine Band wie Sonic Youth bemerkt, dass sie mittlerweile 25 Jahre Musik macht, veröffentlicht sie einfach ein neues Album, das beweist, dass ihre Zeit immer noch dauert. Man könnte auch sagen, „Rather Ripped“ ist das beste Sonic-Youth-Album seit langem, ohne dass die vergangenen drei, vier Alben schlecht gewesen wären. […] „Rather Ripped“ ist das etwas andere Sonic-Youth-Album geworden, vielleicht das ausgeschlafenste, entspannteste, ruhigste und in sich geschlossenste Album, das Sonic Youth je gemacht haben. Man ist geneigt, von einem Hit-Album zu sprechen, so als hätten sich die vier […] entschlossen, Melodien, Beschwingtheit, Schönheit und songdienliche Verzierungen endlich einmal à la longue zuzulassen […] So punkig-unruhig das Cover von „Rather Ripped“, so verhalten-dramatisch und niemand etwas mehr beweisen müssend die Songs. Sie alle sind trotzdem unverkennbar Sonic Youth. Solche Bassläufe, solche Gitarrenläufe, hell, dramatisch, plinkerplinkerplinker, auch verzerrt, die hört man nur hier, getragen weiterhin von einer dezenten Achtzigerjahre-Underground-Melancholie. Und Kim Gordon singt, im Wechsel mit Moore und Ranaldo, weiterhin so, als wollte sie selbst im gestandenen Alter noch die Blaupause für alle Riot-Girls dieser Welt abgeben. […] Schwer, ein oder zwei Glanzpunkte herauszuheben, das sind die Stücke fast alle. Selbst die […] langen Songs […] sind keine Demonstrationen in Sachen instrumenteller Uferlosigkeit, tragen kein Gran Zerstörungslust in sich, sondern erfreuen sich an den einmal gefundenen und erdachten Themen. […] In der Ruhe liegt der Sex. Und in der Weisheit des Alters sowieso.


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