Andreas Feininger: Between black and white

„one of the great architects who helped create photography as we know it today.“
Ralph Hattersley über Feininger (*)


In den Räumen hinter dieser Fassade der Kunsthalle Darmstadt gibt es noch bis Ende August über 250 Fotografien von Andreas Feininger zu betrachten. Viele davon sind ikonographische Bilder New Yorks aus den 30er, 40er und 50er Jahren. Aber es gibt auch skulpturale Stillleben (Muscheln), amerikanische Landschaften (Route 66), Akte (zuvor im schwedischen Exil aufgenommen) zu sehen. Manches Meisterwerk ist dabei, wie es sich für eine retrospektive Ausstellung gehört.

Vor allem aber sind es ausschließlich Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die eine starke Ausstrahlung, Prägnanz haben. Alle Bilder zeichnen sich durch eine gelungene, sehr überzeugende Bildkompositionen aus, man kann sich an Details erfreuen, die so nicht zufällig sein können.

Feininger war Perfektionist. In der Ausstellung sieht man auch eine Aufnahme seiner selbst gebauten Spezialkamera: ein ineinander verschiebbarer Holzkasten, in den er eine 28-Zoll-Linse montierte – angeblich das bis dahin größte Teleobjektiv. Alles wird von einem fünf-beinigem Stativ getragen. Die mit dieser Kamera aus großer Entfernung gemachten Aufnahmen sollen eine maßstabsgerechte Abbildung ermöglichen. Eventuell hat er damit auch die mich sehr beeindruckende Aufnahme vom Empire State Building gemacht. In einem Kaff in New Jersey, 22 km vom Gebäude entfernt, ducken sich an einem Hügel zahlreiche kleine Häuser. Dahinter sieht man die obere Hälfte des Empire State Buildings, sonst nichts von der Silhouette New Yorks. (Jedenfalls nicht auf diesem Bild, auf anderen Bildern der Serie schon.)

Es folgt für mich logisch aus der Betrachtung der Bilder, dass man versteht, dass Feininger Didakt wurde und auch berühmte Fotolehrbücher schrieb. Eine Schule des Sehens ist diese Ausstellung wahrlich.

s.a. die Ausstellungs-Rezension im Darmstädter Echo sowie die Website des George Eastman House Still Photograph Archives mit 130 ausgewählten Fotografien von Andreas Feininger


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