Angst vor Wikipedia und Google?

Die vom Grazer Informatik-Professor Maurer in den Ring geworfene Materialsammlung »Report on dangers and opportunities posed by large search engines, particularly Google« schlägt im Web Wellen. Darinnen, im Paper, wird auch eine Google-Wikipedia-Verschwörung behauptet. Die Wikipedia schlägt derweil wieder einmal in einem Test, dem Stern-Test, den Online-Brockhaus. Tja, und weil sie so gut ist, und Google zu Wikis und Blogs eine technisch bedingte Affinität hat… Für manche naht der Untergang des Abendlandes.

Ich bezweifle, ob alternativ große staatliche Monopole besser wären.

Ich meine, man sollte nicht auf das Medium einprügeln, wenn an Missständen wie Unfähigkeit zu methodisch sauberem wissenschaftlichem Arbeiten und zu quellenkritischer Rezeption mehr als berechtigte Kritik geübt wird. Es gibt ein gesellschaftliches Vermittlungsproblem hinsichtlich Informations- / Medienkompetenz.

Wenn wir da draussen im Web statt der qualitativ hochwertigen Quasi-Monopole viele kleine, niedliche Ersatz-Googles und -Wikipedias hätten, wären die genannten Kompetenzdefizite auch nicht etwa verschwunden.

Man kann sich ein Meinungsbild zum Paper und seine Autoren sowie deren Rezeption machen, indem man die Diskussionen in der Mailingliste Inetbib (Thread im Webarchiv, etwas zeitversetzt) verfolgt – oder die Kommentare bei Mathias Schindler liest.

[UPDATE:] Ein Testbeispiel für Wikimedia-Treffer bei Google & anderen Suchmaschinen für den Begriff „Ironie“.
[UPDATE 2:] Ko-Autor Stefan Weber: Wikipedia IST höchst problematisch – Fallbeispiele, auf Inetbib

One Comment

  1. marcus Freitag, 28. Dezember 2007

    “Wenn wir da draussen im Web statt der qualitativ hochwertigen Quasi-Monopole viele kleine, niedliche Ersatz-Googles und -Wikipedias hätten, wären die genannten Kompetenzdefizite auch nicht etwa verschwunden.”

    Natürlich wäre es anders, den Quellenkritik ist das A und O einer jeden erfolgreichen Wissensaquise. Dezentralisiertes Wissen, viele konkurierende Einheiten sorgen letztendlich für ein Plus an Qualität. Aber, allein selig wird der Wissensdurstige damit ebenso wenig. Davor steht ein gesundes Basiswissen, das man traditionell bestritt, sowie gesunder Menschenverstand, der mittels Erfahrung geprägt wurde.

Comments are Disabled

%d Bloggern gefällt das: