Berlinale 2008

Fünf Berlinale-Filme habe ich noch geschafft: gestern die unvergleichliche Tilda Swinton als Julia in Eric Zongas gleichnamigem Road Movie, Showdown in Tijuana. Das war, wegen Tilda, der einzige Wettbewerbsfilm – nicht nur in diesem Jahr, sondern seit meinem ersten wirklichen „Berlinale-Jahr“, 2003. Die anderen Sektionen, vor allem das Forum und auch das Panorama, sind einfach interessanter.

Dann, ebenfalls am Sonntag, den israelischen Film „Flipping Out“ über entlassene junge Wehrpflichtige, die sich anschließend in Indien Drogen aller Art hingeben – und nicht vergessen können. Der israelische Staat, Orthodoxe und Rückhol-Versicherungen haben eine fürsorgliche Infrastruktur aufgebaut.

Über den arg gekünstelten australischen Film „Corroboree“ schweige ich ‚mal einfach. Der ebenfalls am Freitag gesehene „If One Thing Matters“ über Wolfgang Tillmans ist eine völlig unkritische Huldigung der Eitelkeiten Tillmans durch den Regisseur, zeigt viele detailverliebte Momente, ist aber wegen fehlender Widerhaken uninteressant.

Balikbayan Box„, ein philippinischer Film, erzählt leise und unaufdringlich vom dörflichen Leben; drei Jungen stehen im Mittelpunkt. Ganz unaufdringlich, sozusagen nebenbei werden die existenziellen Sorgen der Dorfbewohner gezeigt. Zum Beispiel der Alkoholismus der Männer, Mundraub, Tötungsverbrechen, ins Arbeitsexil strebende Frauen.

Einige der Filme waren digital. Doch egal ob Standard oder High Definition Video, die Sägezähne / Treppenmuster, verwischten Konturen / Schlieren, fehlende Tiefe: das ist Terror fürs Auge!

One Comment

  1. Markus Samstag, 23. Februar 2008

    Mit “Julia” und “Flipping Out” haben wir die gleichen Filme gesehen. Ich fand beide gut.

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