Berlinale-Stars

Die Berlinale-Zeit ist die einzige Zeit, zu der der Potsdamer Platz eine gewisse Aufenthaltsqualität hat. Die vielen, zumeist (?) ausländischen, Cineasten übertünchen mit ihrer Präsenz die paar Shopper, die gaffenden Landeier und sonstigen Provinzler, sogar die privaten Sicherheits-Jobber. Da macht schon das Eintauchen Spaß.

Allerdings halte ich mich auch vom sogenannten Roten Teppich fern. Forum und Panorama sind weitgehend starfreie Zone. Und wenn es dort Stars gibt, dann solche ohne Kreisch-Faktor. Es ist erstaunlich, wie die Medien die Berlinale auf den Wettbewerb und den Roten Teppich reduzieren. Die meisten Mitmenschen, denen ich versuche, den weiteren Horizont der Berlinale nahe zu bringen, assoziieren auch nichts anderes damit.

O.K., Cate Blanchett ist hier oder soll hier sein. Sie wird vermutlich in diesem Trubel genau so fremd sein, wie sie oft im falschen Film zu sein spielen scheint. Das macht den Reiz aus, das Betörende, ist wohl ihre Aura. Adelt fast jeden Film. (Zuletzt gesehen in dieser Sache so unterschiedliche Filme wie »Babel«, »Coffee and Cigarettes«, »Die Tiefseetaucher«, »Elizabeth«; demnächst wohl als Dylan.)

Ein anderer Star, ein Star unter den Konzeptkünstlern soll die Koreanerin Niki S. Lee sein. Von ihr gab es einen Film über Niki S. Lee, die gerade einen Dokumentarfilm über Niki S. Lee dreht: »a.k.a. Niki S. Lee«. Reichlich selbstreferenziell, reichlich Irritation und Spiel mit Identitäten.

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