Borniertheit

An diesem Wochenende wird der Berliner Hauptbahnhof mit Pomp und Getöse eingeweiht. Damit und mit gröfazigen Vergleichen versuchen Bahnchef Mehdorn und Claqueure ihre Kleingeisterei und das typische berliner Rumgenöle (am Zoo war alles besser als in der Wüstenei) zu übertönen.

Der Bahnhof, wie er jetzt ist, ist architektonisch großartig aber nicht grandios: der Architekt von Gerkan hat nicht aufgegeben und wehrt sich juristisch gegen die Urheberrechtsverletzung in Form der von kleinkarierten Motiven geleiteten Verstümmelung (v.a. das um 1/3 verkürzte Dach verhunzt die Proportionen; eine billig aussehende 08/15-Decke statt die mehr Lichtintensität bietende Gewölbedecke im Zwischengeschoss verschlechtert den Raumeindruck).

Von Gerkan als Architekt des Bahnhofs ist heute abend zur Eröffnung nicht eingeladen, seine ungehaltene Rede steht heute in der SZ. Und ich muss da ‚mal mit der Kamera hin!

[UPDATE 28.11.2006:] Vor dem Berliner Landgericht verlor die Deutsche Bahn heute gegen den klagenden Architekten Meinhard von Gerkan. Der Hauptbahnhof sei ein Kunstwerk, das durch den Einbau einer Flachdecke im Untergeschoss entgegen der ursprünglichen Planung des Architekten erheblich entstellt worden sei, ein Rückbau der Decke wäre durchzuführen.

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