Posts in Category: Globales

George Orwell: Elefantenjagd und …

… ein gewisser Edward Snowden.

Orwell, der vor ein paar Tagen 110 geworden wäre, mit seinem Frühwerk und den aktuellen Whistleblower zusammen gedacht und beschrieben hat Günter Hack.

Sehr lesenswert!

zombie lending

Stefan Frank in „Die Weltvernichtungsmaschine“:

Um Verluste, die aus dem Bankrott eines Schuldners entstehen würden, zu vermeiden, hielten Banken insolvente Unternehmen („Zombies“, wie sie in der Fachwelt auch genannt wurden) weiter am Leben. Sie verhinderten auf diese Weise, dass Kapital und Marktanteile an solvente Konkurrenten gingen, wodurch deren Gewinne und Profitmöglichkeiten geschmälert und ihre Bereitschaft und Fähigkeit zu Investitionen stark beeinträchtigt wurden.

[…] Banken hätten die Krise verschlimmert, indem sie es vermieden, den Tatsachen ins Auge zu sehen und die Verluste anzuerkennen […] Den Tatsachen nicht ins Auge zu sehen, sondern stattdessen zu versuchen, die Probleme zu verschleppen, war allerdings nicht nur die Politik der Banken, sondern auch der Regierung.

Nein, nicht das Agieren*) heute wird beschrieben, Frank bezieht sich auf den Japan Boom in den 1980er Jahren.

Und, auf die derzeitige Krise bezogen:

Viele der Maßnahmen, die heute zur Lösung der Krise vorgeschlagen werden, hat man in Japan in den neunziger Jahren bereits erfolglos ausprobiert – die Nullzinspolitik, die nun seit Ende 2008 von der US-Notenbank verfolgt wird, und eine keynesianisch inspirierte Wirtschaftspolitik eingeschlossen. All dies führte nicht zu einer Bewältigung, sondern zu einer Verlängerung der Krise. Die Kosten wurden hoch gehalten, und aus Kapital wurde Beton gemacht.

(Online ist ein ein Vorabdruck des 3. Kapitels „Drei Geschichten vom Immobilienboom“ bei jungleworld.com zu finden. )

*) „Retten“ heißt diese Art von Agieren. Die Höhe der Summe scheint mit der politischen Machtfülle zu korrelieren, könnte eingebildeter Potenzersatz sein.

China und das Klima

Eine kurze Notiz zu einem Buch, das ich selbst nicht gelesen habe – nur die ausführliche Rezension von Reinhard Löser im SdW 4/09, S.105-106. Xuewu Gu und Maximilian Mayer, ein Regionalwissenschaftler und ein Politökonom von der Ruhr-Uni Bochum, haben „Chinas Energiehunger: Mythos oder Realität?“ geschrieben. Abgesehen davon, dass der Rezensent das Buch als „Lese-, Sach- und Abenteuerbuch“ bezeichnet, und es „fabelhaft zu lesen“ findet, soll es seiner Meinung nach wegen der „belastbaren internationalen Quellen und unsereinem unzugänglichen chinesischen Originalquellen“ „keinen Raum für Zweifel an der Datenlage“ lassen. Was kommt ‚raus, auch wider „amerikanischem Verfolgungswahn“?:

OECD eXplorer

Der OECD eXplorer ist ein mächtiges Online-Tool, um sich bis zum Abwinken mit regionalen Statistiken zu beglücken. Es gibt viele, viele Möglichkeiten, aus dem Zahlenmaterial die eine oder andere Überraschung heraus zu kitzeln. (Insofern ähnelt’s der Demographic Risk Map.) Nebenbei ist es eine Demonstration, was mit Flash so geht…

(via information aethetics)

Der Westen und der Osten

Rudolf Maresch erklärt auf Telepolis in einem zweiteiligen Artikel
Der Osten wird der „neue Westen“
Der Westen wird zum alten Osten
sehr plausibel und lesenswert, warum in ein paar Dekaden sich die globalen Machtverhältnisse umgekehrt haben werden.

Übrigens: Auf die von ihm angesprochene Schanghai-Connection bin ich 2006 in der NZZ / hier im Blog gestolpert.

Abschied von der Gerechtigkeit

Früher war Gerechtigkeit untrennbar mit Freiheit verbunden. Heute hat der Gerechtigkeitsbegriff das Primat, hat fast jede Diskussion okkupiert. Im Zusammenhang mit sozialer Depression führt die Sehnsucht nach Umverteilung – das steckt letztlich hinter dem Begriff, wie er heute gebraucht wird – in eine Abwärtsspirale. Aber Stagnation vermehrt weder die materiellen noch die immateriellen Ressourcen – die Voraussetzung, um

blockierte Wege frei zu machen, Chancen zu eröffnen, Möglichkeiten des Aufstiegs zu bieten: für jeden einzelnen Menschen, für benachteiligte Gruppen, für ganze Völker, ja Weltregionen. So haben wir es in den vergangenen Jahrzehnten, nicht zuletzt im globalen Maßstab, immer wieder erlebt und erleben es noch. Dafür ist Bildung so wichtig, wie es wirtschaftliche Dynamik ist.

Ein lesenswerter Text von Paul Nolte.

Bildung: Deutschland und die OECD

Deutschland verliert bei der Ausbildung von Hochqualifizierten international weiter an Boden.

So titelte unlängst das Berlin Center der OECD, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Einige Fakten: