Das Rheintal zwischen Mainz und Köln

Auf beiden Ufern des Flusses sind nur Weinberge, fünf Meilen von Mainz weg bis drei italienische Meilen vor Köln sind die Hügel auf beiden Ufern ganz mit Reben bepflanzt. In Entfernungen von je einer halben italienischen Meile liegen auf beiden Ufern 235 Orte und 15 feste Städte, von denen je ein Teil den Erzbischöfen von Mainz, Köln und Trier und dem Pfalzgrafen gehört, und eine Anzahl von festen Schlössern des Adels auf den Höhen, wie es in Deutschland Sitte ist.

Das notierte Antonio De Beatis 1517 in seinem Reisetagebuch [1]; De Beatis war in seiner Eigenschaft als Sekretär des Kardinals Luigi d‘ Aragona mit diesem in Westeuropa unterwegs.

Was mich aufhorchen lässt ist nicht der Umstand, dass die Reisegesellschaft in Mainz die Pferde stehen ließ und auf zwei Schiffe umstieg. Was wohl deren Tribut an die Schönheit des Tales war. Das Gebiet liegt heute an der nördlichen Weinbau-Grenze, darüber hinaus lohnt sich dieser wirtschaftlich kaum. Damals, zu Beginn des 16. Jahrhunderts, war das so genannte mittelalterliche Klimaoptimum schon lange vorbei, und eine kleine Eiszeit voll im Gange. Es war im Mittel deutlich kälter als heute. [2]

Dem Weinbau hat es, wenn überhaupt, nicht dauerhaft geschadet.

[1] »Die Reise des Luigi d‘ Aragona durch Deutschland, die Niederlande, Frankreich und Oberitalien, 1517-1518, beschrieben von Antonio de Beatis«, hrsg. von L. von Pastor, Freiburg i. Br. 1905; zitiert in Roberto Zapperi, »Abschied von Mona Lisa«, München 2010
[2] Ich berufe mich auf: R. Glaser, Ch. Beck, H. Stangl, »Zur Temperatur- und Hochwasserentwicklung der letzten 1000 Jahre in Deutschland«, S. 60f.


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