Das weiße unbeschriebene Blatt

Stefan Betschon schreibt heute in der NZZ aus der Sicht eines Text-Produzenten über den Stau an der Mensch-Maschine-Schnittstelle:

Es müsste hier an diesem Arbeitsplatz viele Bildschirme geben, die man wie aufgeschlagene Bücher über Tische und Gestelle und Böden verteilen könnte, so dass sich viele Fenster öffnen auf verschiedene Aspekte der zu verarbeitenden Texte. Jeder dieser Bildschirme wüsste um seine Position im Raum, reagierte auf Berührungen, Bewegungen. Mit blossen Händen könnte man Textpassagen aufrufen, Textblöcke neu arrangieren. Mit einem Fingerzeig könnte man zwischen Textstellen Verbindungen herstellen, eine Passage von einem Bildschirm auf einen anderen verschieben. Es gäbe Tastaturen, aber auch Mikrofone sowie Kameras für die Erkennung von Gesten oder Grimassen. Es gäbe nicht nur ein einzelnes weisses Blatt, sondern eine Vielfalt von elektronischen Anzeigen, eine Rauminstallation, in der man sich bewegen könnte. Und das Schönste: Mit einem einzigen Fingerschnippen würden all die Fenster zuklappen, die Bildschirme sich einrollen, die Dokumente sich ablegen, die Systeme herunterfahren, die Lüfter verstummen. Es wäre ruhig im Büro, alle Arbeitsflächen aufgeräumt. Das weisse unbeschriebene Blatt wäre nicht mehr da.

Schönes Wochenende!

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