Daten Räume

Daten brauchen Platz, ihnen zugewiesene Räume. Dabei spielt es keine Rolle, ob man diese Daten wirklich braucht. Wer will das schon zu gegebener Zeit für alle anderen Zeiten entscheiden? Das hat architektonische Folgen, die BLDGBLOG im Fokus hat:

Wir brauchen Textbunker, gigantische Lagerhallen für Bücher: The Future Warehouse of Unwanted Books. Und auch die digitalen Daten brauchen mehr und mehr Platz: Server Rooms and the Future of Humanism. – Und beide Speicher verbrauchen Energie…

Wie bescheiden stellt sich dagegen Luhmanns Zettelkasten dar, der nach jahrelangem Erben-Streit nun der Wissenschaft zur Verfügung steht. Das weiß Jürgen Kaube in der gestrigen FAZ über eine Vorbesichtigung zu berichten:

Es sind nur vierundzwanzig unauffällige Schubladen, aber es ist eines der sagenumwobensten Geräte der jüngeren Wissenschaftsgeschichte. Denn Zettelkästen gibt es viele, doch aus diesem ist eine ganze Gesellschaftstheorie hervorgegangen.

Natürlich sind Luhmanns Zettelkästen, oder der von Arno Schmidt, oder selbst der Klassifikationsschrank eines Linné, wegen der Verweise und Verschlagwortung vorweggenommene, in der analogen Welt machbare WissensDatenBanken, eine Art Vorläufer der Wikis.

In diesem Sinne interessiert mich am Blog der Zettelkasten.

(s.a. Desideratum général)

One Comment

  1. Jörg Friedrich Mittwoch, 5. Dezember 2007

    Den Zettelkasten-Artikel in der FAZ fand ich auch sehr schön, die Aufklärung der Zettel-Registratur hätte mich noch interessiert.

    Vor einem Jahr las ich Wittgensteins “Zettel” das war am Anfang das Vorbild für meine Bloggerei, in so fern kann ich deinen letzten Satz gut nachvollziehen.

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