Design by Demut

Dr. Daniel Mölle hat einen sehr lesenswerten Artikel zur Auswirkung von Entwurfsentscheidungen geschrieben. [1] Da gutes Design unabhängig von konkreten Lösungswerkzeugen und Technologien ist, da das Design schon bei der Anforderungsanalyse zu bedenken ist – warum sollte nicht der gesamte Entwurf vom Design her gedacht werden?

Purgathofer plädiert schon seit einer Dekade [2] dafür, vor zwei Jahren habe ich von ihm davon gehört. [3]

Mölle jedenfalls warnt vor Moden, Coolness und Übereifer, er empfiehlt mit Dijkstra Bescheidenheit und Demut als wünschenswerte Eigenschaften in der Softwareentwicklung. Und er hat ein paar hübsche Bonmots auf Lager, z.B.

Saisonale Modethemen und Hype-Paradigmen wie SOA, AOP […] und so weiter hinken der versprochenen Erlösungswirkung stets hinterher, weil man die entscheidenden Erfolgskriterien des Architekturentwurfs – Intuition, Erfahrung, Domänenverständnis, Vorausahnung kommender Anforderungsänderungen – einfach nicht formalisieren kann.

Schnittstellen bleiben Schnittstellen, und Änderungen an Schnittstellen bleiben unabhängig davon, wie oft man das Wort „interoperabel“ bemüht, schwierig.

Ich denke, dies gilt nicht nur für die Informatik, für Softwarearchitekturen allein, sondern für jegliches Entwerfen.

[1] Daniel Mölle, »Design by Demut«, iX 9/2009, S. 92-95; online leider nicht frei verfügbar
[2] Peter Purgathofer, »Design«, RZ-Mitteilungen Nr. 18/1999
[3] »Wissenschaft Informatik – Wissenschaft oder Design«, GI-Workshop, April 2007, Wiki zum Workshop, s.a. Kontrolle und Transparenz


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