Fernost auf der Berlinale

Dieses Jahr sah ich zwei fernöstliche Filme auf der Berlinale: Oku Shutaros »Cain’s Descendant« sowie »Spider Lilies«. Der japanische Film war ziemlich ungenießbar weil ambitioniert belanglos. Ein Theatermensch, Beleuchter macht einen Film mit einem Regisseur als Hauptdarsteller. »Strange Circus« im vergangenen Jahr bot perverse, bonbonfarbene Trauma-Alpträume, »Cain’s Descendant« ist einfach nur grau, öd, trost- und lustlos, und schnell mit dem Abblenden wenn es eklig wird. Der Regisseur wollte wohl zeigen, dass Japans Realität nicht (nur) bunt, laut und hektisch sondern grau, stinkend, öde, langsam ist. Und eine Parabel über Ausbeutung ist es auch noch.

Der taiwanesische Beitrag »Ci-Qing« bzw. »Spider Lilies« von Zero Chu war nicht nur eine Weltpremiere sondern auch optisch und erzähltechnisch von anderem Kaliber. Es geht um Tattoos und die Geheimnisse dahinter, um Identität finden, um Liebe. Das ist spannend und unterhaltsam umgesetzt, und ganz und gar nicht lustfeindlich. Das ist doch schon ‚mal etwas. – Und für den Teddy Award hat’s auch gereicht!



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