Gödel

Im Informatikjahr kann man ruhig auch ‚mal seine Gedanken noch ein paar mehr Dekaden als hier letztens beschrieben zurück fokussieren. Ende des Monats, am 28. April, ist der hundertste Geburtstag des Mathematikers und Logikers Kurt Gödel. Gödel bewies in den 30ern des vorigen Jahrhunderts den Unvollständigkeitssatz, der gaaaanz kurz zusammengefasst bedeutet, dass es formal unentscheidbare Sätze (Aussagen) innerhalb eines jeden (Formel-)Systems gibt. Noch griffiger ist’s vielleicht mit Der Kreter Epimenides sagt: „Alle Kreter sind Lügner.“ gesagt. Mit seiner Arbeit »Über formal unentscheidbare Sätze der Principia mathematica und verwandter Systeme« erschütterte er damals die Grundüberzeugungen führender Mathematiker, denen zufolge ihre Wissenschaft in sich selbst logisch beweisbar sei.

Gödels Unvollständigkeitssätze (es gibt noch einen zweiten) und seine sonstigen Arbeiten zur Logik waren in seiner Zeit essenziell für die aufkommende moderne Computerwissenschaft sowie die Kybernetik / Artificial Intelligence / Künstliche Intelligenz (Gödel im Stammbau des „Künstlichen Lebens“, zwischen Alan Turing und John von Neumann). Von Heinz von Foerster, einem anderen hero dieser Zeit, stammt das auf Gödel zurückgehende Paradox „Nur die Fragen, die prinzipiell unentscheidbar sind, können wir entscheiden.“

s.a. Das Ende der Idylle (Christian Kirsch in der iX), Hofstadters Gödel, Escher, Bach, Gödel auf Dammbecks Website zu seinem Film »Das Netz«, sowie ein gut verständlicher Schul(!)-Aufsatz zum Unvollständigkeitssatz.

2 Comments

  1. sabbeljan Sonntag, 9. April 2006

    nachdem von Gödel, Escher, Bach eine taschenbuchausgabe für 20 EUR zu haben war, habe ich sie mir zugelegt. aber da liegt sie auch noch. ist ja zum glueck keine verderbliche ware.

  2. Haken Mittwoch, 12. April 2006

    kannste ja verschenken zu ostern dis taschenbuch

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