Hochschulreformen

Unser Leben heute sieht für Akademiker auch hinsichtlich alltäglicher Work-Life-Balance anders aus als im vorigen Jahrhundert. Dies wirkt auf Schule, Ausbildung, Studium zurück, verändert auch diese Lebensbereiche. Das, was Bologna Prozess genannt wird, krempelt die Hochschulen derzeit um. Moderne Managementmethoden* müssen Einzug halten, nach der Ordinarien-Universität scheint nun langsam die palavernde Gremien-Universität an ihrem historischen Ende angekommen zu sein.

Doch die Größte der Reformen kommt erst noch: die konsequente Separierung in Lehr- und Forschungshochschulen, in Bacheloranstalten auf der einen Seite und Graduiertenausbildung auf der anderen. Für einen Teil der Hochschullehrer wird die Einheit von Forschung und Lehre irgendwann nicht einmal mehr auf dem Papier als Ziel genannt werden… Und für die Studierenden muss das nicht schlecht sein – wenn endlich der Irrweg einer verschulten Bachelorausbildung aufgegeben, zumindest um ein verbindliches, orientierendes Studium generale erweitert wird.

In der aktuellen Zeit gibt’s im Chancen-Teil einen Schwerpunkt „Die Zukunft der Universität“ mit guten Einzelartikeln. Online sind bisher der Aufmacher „Der große Feldversuch“, ein nachdenkliches Interview mit dem Reform-Protagonisten und Ex-DFG-Chef Frühwald: „Wir sind zu kleinmütig“, ein Widerspruch gegen sog. neoliberalen Wandel: Das Effizienzmärchen sowie eine Glosse über die Provinzialität der deutschen Hochschulen.

Weitere lesenswerte Zeit-Artikel zum Thema:
Runderneuert. Die wichtigsten Neuerungen des Veränderungsprozesses.
Extellenzförderung: Viel für die Forschung. Wo aber bleibt die Lehre?

* s. a. Organisationsentwicklung in Hochschulen, HIS:Forum Hochschule, 14/2007 (Dokument, Presseerklärung)

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