[…] ich glaube aber, daß das Leben selbst Zweck sey

Heute endlich in der Georg-Büchner-Ausstellung in Darmstadt gewesen und positiv überrascht worden.

Auf einer Tafel zu einem Manuskript – Rezension eines Mitschüler-Aufsatzes über den Selbstmord, Wintersemester 1830/1831 – steht:

„[…] ich glaube aber, daß das Leben selbst Zweck sey, denn: Entwicklung ist der Zweck des Lebens, das Leben selbst ist Entwicklung, also ist das Leben selbst Zweck“, so schrieb Büchner als Gymnasiast. In seiner Probevorlesung in Zürich sagte er drei Monate vor seinem Tod: „Die Natur handelt nicht nach Zwecken, […] sondern sie ist in allen ihren Äußerungen sich unmittelbar selbst genug. Alles, was ist, ist um seiner selbst willen da.“

Dies soll mir als Gegengewicht zum für mich immer noch kaum erträglichen Volksgerichtshof-Wohlfahrtsausschuss-Zitat dienen, das aus «Dantons Tod» / Robespierres Mund und damit aus dem Kontext gerissen immer noch am Hauptbahnhof prangt.

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