Import / Export

Noch ein deutschsprachiger Film, der nicht aus Deutschland kommt, und den man gesehen haben sollte. Dessen Bilder man im Kino kaum erträgt und auch danach nicht so leicht wieder los wird.

Der alltägliche Wahnsinn des Lebens, Aggressivität, Hilflosigkeit, Tod, Verfall, Sehnsucht, … wird eingefangen in wunderschönen Bildern und mit Humor gezeigt: aufwühlende Szenen, die einen zwischen Lachen und Heulen, Zynismus und Mitleid hin und her reißen können.

Der Film erzählt parallel zwei räumlich gegenläufige Geschichten. Zum Einen Olgas, die nicht mehr fast unbezahlt in einem schlecht ausgestatteten ukrainischen Krankenhaus arbeiten und sich auch nicht vor einer Webcam prostituieren will. Sie hofft auf ihr Glück im Westen, geht nach Wien. Sie erduldet die Demütigungen und Schikanen als Putze in Privathaushalten, in der Geriatrie. Auch Paul ist „ganz unten“ in der Hierarchie angekommen. Er fährt mit seinem Stiefvater durch die Tristesse Osteuropas, um dort in heruntergekommenen Siedlungen billige Kaugummiautomaten aufzustellen. Sie bleibt, er bleibt.

Ulrich Seidl – einer der Protagonisten des modernen österreichischen Films – ist, nach »Hundstage«, mit »Import / Export« wieder ein Meisterwerk gelungen.

  

(Website zum Film, Telepolis zum Film)

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