Impressionen vom Linux-Tag

Nach Stuttgart (2001) und Karlsruhe (2002, 2003) war ich dieses Jahr ‚mal wieder auf dem LinuxTag, allerdings nur am letzten Messetag, am Samstag. – Schließlich fand der LinuxTag das erste Mal in Berlin statt.

Man kann an einem Tag sechs einstündige Vorträge schaffen und in der Zwischenzeit sich bei den Ausstellern noch detailliert mit Informationen versorgen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, würde ich sagen.

Zu sehen gab es nicht nur Linux (auffällig oft auf Apple-Hardware, den Intel-Macbooks) und jede Menge Open Source Software unter Linux. Zu sehen gab es auch einige Hardware, z.B. die auf jeweils eigene Art faszinierenden Sun X4600M2 8xAMD Opteron Server und OLPC-Laptop. Das interessanteste Projekt war OpenStreetMap mit keinem geringen Ziel als

Creating a free map of the world

Wer schon einmal, und wenn auch nur flüchtig, in die Büchse der Pandora der unterschiedlichen Copyrights beim gedruckten oder online befindlichen Kartenmaterial geschaut hat, kann das Verdienst der Akteure nur würdigen. Da die Daten mühsam via GPS aufgenommen, Straßennamen und anderes notiert, alles zusammen dann im wiki-like OSM-Editor gepflegt wird, und man auch zur Verifizierung nur eigene, freie Daten benutzt, geht die Sache nur langsam voran. Und die Serverhardware ächzt.

Was gibt’s von den besuchten Vorträgen zu berichten: Die Java- / J2EE-Spezialisten von Infopark (NPS) haben ihr erstes größeres Kundenprojekt mit Ruby on Rails gemacht – und zeigten sich begeistert von der Produktivität (etwa 100% Steigerung) und dem Komfort des Frameworks. Hinsichtlich Skalierbarkeit und Performance wird man sehen… Bei der parallelen Live-Installation von Ubuntu und Kubuntu ging mehr schief, als die Werbung verspricht… Das neue Feedback- und Umfragen-Modul von Moodle freut sich die Anwender, die es einsetzen. Es sieht aber so aus, als ob es auch nicht mehr kann als PHPSurveyor, pardon, LimeSurvey. Der interessanteste Vortrag für mich war der von Markus Wirtz von Open Source Press. Er setzte sich kritisch mit Richard Stallmans Freiheitsbegriff (siehe GPL) und dessen Übertragung von der Software auf das Verlagswesen auseinander. Wirtz hörte die von Stallman auf der FOSDEM 2005 erneut vorgetragenen Angriffe auf die Verleger. – Gute Bücher zu machen ist nämlich noch ‚mal etwas anderes als Cookbooks, Kurz-und-Gut-Hefte, Manuals, HowTos zu schreiben. Notwendig und sinnvoll ist beides.

Und es gab reichlich Munition zum Üben des Distributionen-Weitwurfs aka Installieren.



Comments are Disabled

%d Bloggern gefällt das: