Interkulturelles

Brian „Ur-Apache“ Behlendorf spricht in einem Interview über die Zusammenarbeit in Open-Source-Software-Projekten und was Unternehmen daraus lernen könnten. Und dass Programmieren für ihn nach wie vor (Kunst-)Handwerk ist und keine industrielle Fließbandarbeit, als solche nicht gut funktionieren kann.

Der für mich interessanteste Part des Interviews ist aber der, wo Behlendorf über seine Erfahrungen mit den Mitarbeitern in der indischen Firmen-Dependance, über die kulturellen Unterschiede spricht. Behlendorf gibt zu bedenken, weiß selbst keine Rezepte für diese Art kultureller Herausforderung.

In asiatischen Kulturen wird im Allgemeinen der Autorität viel mehr Achtung gezollt; da möchten die Leute weniger in Frage stellen, was gesagt wird. […] Die Menschen in Indien neigen dazu, ihre Probleme zuerst alleine oder mit ihren engsten Freunden lösen zu wollen, statt per E-Mail. […] Wenn indische Entwickler etwas konstruieren, was auf fremden Code beruht, und sie entdecken, dass dieser Code fehlerhaft ist, werden sie bestimmt nicht sagen: „Hallo, Ihr Code hat einen Fehler, den Sie beheben sollten. Ich glaube, ich kann Ihnen auch gleich die Lösung dazu geben.“ Stattdessen werden sie zehnmal mehr Code schreiben, um den Fehler zu umgehen, weil sie erstens die Autorität nicht in Frage stellen und zweitens die Arbeit einfach selber erledigen wollen.

Jeder, der einmal mit indischen Software-Spezialisten zusammengearbeitet hat, kann das wohl bestätigen. – Dies sei den Offshore-Apologeten hinterhergeworfen.

(via Newsletter von sigs-datacom)

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