Jung, schön, ohne Bildung, von Macht besessen

Das sind die fatalen Ingredienzen für ein glamouröses Leben, zumindest für das weibliche Rollenmodell irgendwo in der bürgerlichen Mitte. Wenn das fragile Fundament bröckelt, bricht sich Zerstörungswut Bahn. Hedda Gabler kann ihr selbstgebautes Gefängnis nicht sprengen, ohne sich selbst zu zerstören: „Um Gottes willen – so etwas tut man doch nicht!“

Was Henrik Ibsen vor über 100 Jahren für die bürgerliche Gesellschaft zu sagen hatte, ist heute für breitere Schichten relevant. Die Probleme sind diffundiert, sozialer Aufstiegszwang und Abstiegsangst in allen finanziellen Schichten der Gesellschaft evident. Thomas Ostermeier hat Recht, Ibsen ist für uns relevanter als Tschechov, als Revolutions- oder Betroffenheitsstücke, als zur Schau gestellte soziale Empathie mit den zu kurz Gekommenen dieser Welt.

Nach »Nora« eine weitere tolle Aufführung an der Schaubühne am Lehniner Platz. (Und so ganz nebenbei bekommt man auch noch einen heißen Tipp, was man mit einem Thinkpad auch anstellen kann.)

2 Comments

  1. sabbeljan Montag, 31. Oktober 2005

    den link mit dem thinkpad habe ich nicht verstanden.

    • jl Montag, 31. Oktober 2005

      aufklaerung gibt’s nur in der auffuehrung 🙂

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