Kaffeehaus-Lektüre

Der Freitag möchte mit einem zweiseitigen Schwerpunkt seine Leser animieren, nach über 20 Jahren wieder einmal Peter Weiss‘ Opus Magnum »Die Ästhetik des Widerstands« zu lesen.

Peter Geist erfasst in seinem Beitrag ganz gut Atmosphäre & Kontext, in denen das dreibändige Werk Mitte der Achtziger in der DDR von unsereinem rezipiert wurde, ein wahrer Steinbruch an ziemlich unbekanntem Material (1). Dass dabei die Wahrheit an manchen Stellen auf der Strecke blieb, weil Fakten mit Fiktion vermischt, macht Sabine Kebir an Weiss‘ Brecht-Bild deutlich (2). Das Buch ist eben ein Roman. (Trotzdem hat Geist Recht: Weiss‘ Verknüpfung von Fiktion und Geschichte ist allemal niveauvoller als die heutige, unerträgliche Art von Knopp, Donnersmarck & Co.)

Meine dreibändige Ausgabe und auch Weiss‘ Notizbücher voller Annotationen und Lesezeichen aus den Achtzigern bleibt, sorry Freitag für die vergebliche Mühe, im Regal. Vielleicht in 20 Jahren wieder, mag sein.

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