Kitsch & Avantgarde

„In einer Kultur,
in der niemand mehr Marx liest,
und kontroverse Diskussionen sich eigentlich nur noch um Sport drehen,
ist das Regietheater
zur letzten verbliebenen Schrumpfform linker Weltanschauung degeneriert.“

Daniel Kehlmann, Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele, 25.07.2009


Daniel Kehlmann hat mit seiner Rede [1][2] zur Eröffnung der Salzburger Festspiele Mut bewiesen und fast einen Eklat herbeigeführt. Er stellte die Auswüchse des dominierenden Regietheaters: Videowände und Spaghettiessen bloß und verspottete die, die ein solches Theater goutieren.

„Denn wer ein Reihenhaus bewohnen,
christlich oder ökologisch konservative Parteien wählen,
seine Kinder auf Privatschulen schicken will
und es dennoch für zwingend notwendig hält,
sich als aufgeschlossener Bohemien ohne Vorurteil zu fühlen,
was bleibt dem denn anderes als das Theater? „

Es liegt wohl an seiner Profession, dass er die Texte, den Autor vor den Regisseuren in Schutz nimmt. Dies ist auch völlig berechtigt.

Die Unterschrift unter den Heidelberger Appell bleibt für mich allerdings unverständlich.

(via Begleitschreiben)


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