Mucks. Mäuschen. Still.

Einiges gelesen, manches gehört, den Trailer wiederholt gesehen: Trotzdem stellt sich beim Ansehen des Filmes »Muxmäuschenstill« Beklemmung ein. Stahlberg und Mittermeier halten uns den Spiegel vor. Sehe, wer fühlen kann, dass die egoistischen und faschistoiden Denkstrukturen latent in uns sind, die wir doch zumeist zumindest anfangs teils unverhohlen, teils klammheimlich dachten: Recht hat er!

Der Rest ist so makaber wie schnell erzählt: Mucks. Mäuschen. Still.

4 Comments

  1. Julia Sonntag, 18. Juli 2004

    Ging mir ganz genauso. Noch eine Woche später weiß ich nicht genau, was ich davon halten soll. Von der “Moral” dahinter, die man scheinbar immer sucht.

  2. Swantje Donnerstag, 29. Juli 2004

    Also ich fand den Film selten schlecht. Joerg hat ganz gut zusammengefasst, worüber wir uns gestern nach dem Film esschofiert haben.
    http://tageloehner.de/feuerhake/weblog/archives/07-01-2004_07-31-2004.html#4283

    ich wär beinah früher raus gegangen. Wegen der Beklemmung und Verstörung. Es ist einfach zu verstören. Doch was soll verstören um des Verstörens willen? Und wozu Kinderpornographie in einem Atemzug mit Schwarzfahren abhandeln?

    Mich ärgert es nur maßlos, vor allem, weil sich die Intellektos so gerne von so etwas einfangen lassen.

    Da kann man sich Pornagraphie, Gewalt und Bockmist reinziehen und sich gleichzeitig wahnsinnig intellektuell vorkommen. Wenn der Film ne Message hätte, wärs was anderes. So kotzt mich das mächtig an.

    P.S. Die Berliner Zeitung hat auch ne nette Kolumne dazu. Demnach sei in Schleswig-Holstein schon ein Muxer unterwegs. Der hat dem Film wenigstens ne Message entnehmen können und übt jetzt Selbtjustiz.

  3. jl Donnerstag, 29. Juli 2004

    Liebe Swantje, warum am Tag danach immer noch so erbost? Es ist doch nur ein 40.000 EUR Film aus dem herrlich unbequemen Hier und Jetzt. Und der Meinungsführer in D-Land verquickt all die genannten Scheußligkeiten jeden Tag und BILDet damit das Volk. Also irgendwie finde ich es schon logisch von den Filmautoren, dann auch mal darzustellen, wo diese ganze Mediensch*** hinführen kann.
    Für mich ist die Message des Films alles andere als: Mux ist das Vorbild und Bürgerwehren sind gut.

    Die Kamera fand ich übrigens technisch super gemacht. Und Filme wie diesen und auch z.B. “Herrn Wichmann” relevanter als Hollywood-Schinken mit mindestens 1000fach größerem Etat. Geschmackssache.

    Nachtrag: Ein Blick von Außen: http://www.nzz.ch/2004/07/30/fi/page-article9R5UC.html

  4. Joerg Freitag, 30. Juli 2004

    Hallo Juergen, hallo Swantje,

    die einzige medienschelte, medienschelte nicht medienkritik, die ich wahrnehmen konnte war ‘Stefan Raab ist doof’, das ist fuer 40000euro zu wenig. Der rest delektiert sich an macht, gewalt, wieder macht, spieszigkeit und laeszt mich gehen mit ‘nichts’, oder? Die erkenntnis, dass selbstjustiz eben zu nichts gutem fuehrt erwarte ich von einem 400euro film, wenn er das thema denn aufgreift.

    Ich kann ‘Mann Beisst Hund’ (Belgien, 1992, Les Artistes Anonymes) weitaus mehr entnehmen. Bis darauf, dass hier der psychopath zu den boesen gehoert, ist er ein mux charakter, gebildet, geschliffen parlierend ueber architektur, verklemmt. Auch hier ganz aehnliche kamera arbeit, aehnlicher plot. Nur die parabel war mir einleuchtender und schoen schauerlich, so wie unsere welt, ist der film auch. Schauerlicher noch als mux.

    Insofern war die geschichte erzaehlt und mux kann nicht aufschlieszen. Wie Jan zu Lance.

    p.s. juergens blog community gefaellt mir sehr gut.

    p.p.s. Hochschulfilmclub der TU Ilmenau, da findet man alles:
    http://www.hochschulfilmclub.de/sites/cms/movie_db.pl/film/1018270301.html

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