Open Education

Mit staatlichen Geldern geförderte Unterrichtsmaterialien sollen frei verfügbar gemacht werden! Das ist, kurz gesagt, das Ziel der Open-Education-Bewegung. Diese Initiative hat jetzt die Kapstadt Open Education Declaration verabschiedet. Diese basiert auf dem Grundprinzip, dass jeder die Freiheit haben sollte, Bildungsmaterialien zu nutzen, zu verändern, zu verbessern und weiterzugeben – ohne Einschränkungen. Sie bezieht sich damit auf die drei B-Erklärungen des Open Access (Bethesda, Budapest und Berlin).

Dies soll durch drei unterschiedliche Strategien erreicht werden:

1. Lehrende, Schüler und Studenten: Wir ermuntern Lehrende (Professoren, Dozenten, Lehrer etc.) und Studierende, aktive Teilnehmer der “Open Education”-Bewegung zu werden. Teilnehmen bedeutet: frei zugängliche Bildungsmaterialien zu erstellen, benutzen, oder zu verbessern; Praktiken umzusetzen, die auf offener Kollaboration und gemeinsamer Erschließung von Wissen als Teil der Lehre basieren; Freunde und Kollegen einzuladen, an der Bewegung teilzunehmen. Die Erstellung und Nutzung von frei zugänglichen Bildungsmaterialien sollte als integraler Teil von Bildung anerkannt werden.

2. Frei zugängliche Bildungsmaterialien: Wir regen die Autoren und Verleger von Bildungsmaterialien dazu an, ihre Ressourcen frei zugänglich zu machen. Lizenzbedingungen sollten die Nutzung, Veränderung, Übersetzung, Verbesserung, und Weitergabe des Materials ermöglichen. Es soll in technischen Formaten bereitgestellt werden, welche die Verwirklichung dieser Möglichkeiten unterstützen, und Nutzern verschiedener Computersysteme zugänglich sind. So weit möglich, sollten die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung berücksichtigt werden. Idealerweise sollten auch Nutzer ohne Internet einbezogen werden.

3. Richtlinien und Politik: Regierungen, Verwaltungen, Schulen und Universitäten sollen frei zugängliche Bildungsmaterialien zu einem Thema mit Priorität machen. Bildungsmaterialien, die mit Hilfe von Steuergeldern erstellt werden, sollten offen zugänglich sein. Bei der Auswahl anerkannter Lehrmaterialien für den Unterricht und die Lehre, sollen “Open Educational Resources” Vorzug finden. Bildungseinrichtungen sollen aktiv frei zugängliche Materialien fördern und ihre Relevanz hervorheben.

(via InfoBib und Heise)

Vor einiger Zeit habe ich etwas recherchiert, für argumentative Zwecke prominente Akteure mit frei zugänglichen Materialien gesucht. Tatsache ist, es gibt im Web bereits einige vorbildlich frei zugängliche Online-Kurse, und zwar von renommierten Anbietern. Das sind die Open Yale Courses und die Free Online Courses des M.I.T.. Während das noch neu anmutende Angebot von Yale zum Beispiel in Form eines Transcripts, Audio- und Video-Mitschnitts Political Sciences / Philosophy sowie Fundamental Physics bietet, ist das M.I.T. schon seit Jahren aktiv und bietet eine Vielzahl an Angeboten aus allen Departements. Dazu gehören zum Beispiel Kurse für Undergraduates und Graduates in Materials Science and Engineering, Economics, Mathematics sowie Physics. Die Kurs-Dokumente des M.I.T. liegen als PDF-Dokumente vor und beinhalten das Skript des Dozenten (manchmal handschriftlich) sowie Fotos der Tafelbilder. – Zeitgemäßer mutet da schon die Möglichkeit an, sich via Newsletter u/o RSS-Feed über neu hinzugekommene Kurse zu informieren.

Die entstehende Wikiversity sei ebenfalls erwähnt.

Comments are Disabled

%d Bloggern gefällt das: