Pablo Neruda. Der Reisende

Der Vers fällt auf die Seele wie der Tau auf das Grasland.
(Y el verso cae al alma como al pasto el rocío)

Pablo Neruda, »20 Liebesgedichte und ein Lied der Verzweiflung (Viente poemas de amor y una cancion desesperada)«, 1924


Noch eine Reise in die Vergangenheit, zu einstigen Helden, nach PPP nun Pablo Neruda. »Pablo Neruda. Der Reisende. Dichtung und Musik« hieß das Programm im Antiquariat am Ballplatz in Mainz. Hermann Heiser rezitierte, Thomas Humm (Piano), Florian Werther (Bass), Axel Grote (Blasinstrumente) sorgten für den musikalischen Part. „Dichtung und Musik“ muss man hier wörtlich nehmen: das, was zu Hören war, war eine Vertonung der Gedichte, Musik und Text verschieden eng verzahnt, manchmal nur Klangmuster, manchmal Improvisationen, manchmal durchkomponierte, jazzige Songs. Also war es ein Quartett. – Neruda selbst soll übrigens seine eigenen Gedichte sehr melodisch gesprochen haben.

Das ausgewählte Programm enthielt keine Liebesgedichte, keine politischen Texte. Es ging einzig um Nerudas Reiseerfahrungen und seine Poetik, also um Landschaften (Ozean, Wüste), Tiere (Hunde, Vögel), Häfen usw. und um das Schreiben (»Ars Poetica«).

Die Geschichte im sehr empfehlenswerten Film »Il Postino« von 1994 basiert auf einer authentischen Episode aus dem Leben Nerudas in den 50er Jahren; Poesie verändert das Leben des ungebildeten Aushilfsbriefträgers…

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