Quo vadis, Informatik(-ausbildung)?

Die Wirtschaftsinformatik-Professoren Elisabeth Heinemann (FH Worms) und Erich Ortner (TU Darmstadt) beklagen das Ungleichgewicht, die in ihren Augen falsche Schwerpunktsetzung bei der Informatikausbildung an deutschen Hochschulen. In ihrem Memorandum konstatieren sie ein Verhältnis von 1:10 zwischen daten- / systemzentrierter zu prozessorientierter Informatik in der Wirtschaft, dem ein umgekehrtes Verhältnis von 20:1 in der universitären Ausbildung gegenüberstehe. Dieses Memorandum schließt mit den markigen Worten

Wer heute noch reine Informatik studiert, scheint „mit dem Klammersack“ gepudert zu sein oder daran interessiert, in absehbarer Zeit zum neuen Präkariat zu gehören. […] Überspitzt formuliert sind viele Systeminformatiker in einer ähnlichen Lage wie ein T-Com-Mitarbeiter und gehören somit mittelfristig wohl zu den Verlierern.

Diese Denkschrift bleibt natürlich nicht unerwidert. Die Gegenpositionen der Professoren Oberweis (Karlsruhe), Nagl (Achen), Mayr und Broy (München) kann man unter der Überschrift „Konzentration des Informatikstudiums auf Anwendungsbereiche wäre fatal“ nachlesen.

[UPDATE:] Dazu passt diese Meldung zum Stand der Dinge nach dem Wechsel der „Technischen Informatik“ von Mannheim nach Heidelberg und der Zusammenlegung mit dem Heidelberger Studiengang „Anwendungsorientierte Informatik“.

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