Schlossplatz

Im Dezember sollen die Abrissbagger kommen, und dann ist es vorbei: vorbei mit der jahrelangen Debatte um den Palast der Republik, vorbei mit dem Traum von einem Zentrum für experimentelle Kultur, vorbei mit großen Kunstberg-Fantasien. Vorbei aber auch mit der Hoffnung, schnell die barocken Fassaden des 1950 gesprengten Schlosses neu zu bauen und dahinter das Humboldt-Forum einzurichten, ein Haus für die außereuropäischen Sammlungen der Staatlichen Museen, für die Sammlungen der Humboldt-Universität und für die Berliner Landesbibliothek. Sobald der Palast abgerissen ist, wird dort nur noch grüne Wiese sein. Gras wird wachsen über alle Pläne.

So schreibt heute ein Herr Bernau in der Zeit. Wie soll der berliner Schloßplatz künftig aussehen, wer soll das bezahlen? Die Diskussionen sind noch lange nicht zu Ende, es gibt interessante Rechenbeispiele zum Wert des verbauten Stahls. Betriebswirte in allen Amtsstuben, aufwachen!

Und – zum Glück – haben die Schloss-Freunde noch nicht einmal ein Zehntel des veranschlagten Geldes zusammen:

Aber kann das heutige Deutschland noch so rational handeln wie einst die preußischen Könige? Die haben niemals einen Bauteil abgerissen, den man noch verwenden kann, und sei er noch so hässlich gewesen. Wenn die Könige so gehandelt hätten wie heute die Schlossfreunde _ es hätte nie ein Schloss gegeben.

UPDATE: s.a. Telepolis über die letzte(?) Palast-Nutzung

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