Sie lebt!

Auf der Leinwand ist sie immer dermaßen präsent, oft formatfüllend, dass es eine Überraschung ist, diese kleine, zarte, zerbrechlich wirkende Person in natura zu erleben.

Eine Hommage, bestehend aus Retrospektive und Fotoausstellung nebst Bildband (Photographien u.a. von Doisneau, Lartigue, Avedon, Lindbergh, Teller, Goldin, Newton, Leibovitz), vom MoMA über Paris nach Berlin wandernd – das hat ja schon den Anschein einer posthumen Ehrung! Doch Isabelle Huppert lebt, und wie!

Sie war am Wochenende wegen genannter Anlässe in Berlin. Gestern gab es hinter der Kinematheke einen Abend mit der Cinéphilen und zwei ihrer Filme aus dem riesigen Œuvre: »Die Spitzenklöpplerin« sowie später dann »Deux« vom Filmdichter (Huppert) Werner Schroeter. Ein poetischer Film von 2002, hierzulande gestern erst zum zweiten Mal aufgeführt. Voller Verschränkungen von Zeit- und Raumebenen, sehr surreal. Buñuel und Dalí hätten ihre Freude gehabt.

Nachtrag, ein paar meiner Huppert-Fim-Favoriten:
César und Rosalie (Sautet, 1972)
Die Spitzenklöpplerin (Goretta, 1977)
Die Schwestern Brontë (Téchiné, 1979)
Madame Bovary (Chabrol, 1991)
Malina (Schroeter, 1991)
Die Klavierspielerin (Haneke, 2001)
Wolfszeit (Haneke, 2003)

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