Solipsismus

Sol|ip|sis|mus, (auch) So|lip|sis|mus (m.; -; unz.; Philos.) Lehre, dass das subjektive Ich das allein wirkliche sei u. alle anderen Ichs nur dessen Vorstellungen [<lat. solus »allein« + ipse »selbst«]

So steht’s im Wahrig-Fremdwörterlexikon von 1999, und ich kannte diesen Terminus bisher nicht. Eine reale Instanz der Klasse Solipsismus kommt gelegentlich aber auch im beruflichen Alltag vor, und zwar immer dann, wenn Menschen davon überzeugt sind, mit einer Äußerung wie, „Das braucht man nicht.“ oder „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das jemand haben will.“ oder „Wer braucht denn so etwas!?“ eine Anforderungsanalyse für Humbug erklären zu können. So nach dem Schema: Es geht doch nichts über meinen gesunden Menschenverstand – und sparsam (Arbeit, Zeit, Geld) ist das auch noch. Der Kunde und seine Interessen bleiben auf der Strecke.

Eine sogenannte Geschlossene Gesellschaft, ein verschworener Zirkel gleich Sozialisierter, vorzugsweise an der Peripherie oder in der Provinz angesiedelt, ist ein guter Wirt für diese Krankheit.

2 Comments

  1. Holger Montag, 19. Februar 2007

    härrlisch, alaaf!

  2. Jörg Mittwoch, 28. Februar 2007

    Naja, Solipsismus ist das nicht gleich, eher die Herrschaft des Common Sense.

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