Studium und Ökonomisierung

Prof. Jutta Allmendinger, amtierende Direktorin des der Bundesagentur für Arbeit zugeordneten Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung wendet sich in einem bemerkenswerten Interview in der Zeit gegen die derzeit betriebene Ökonomisierung des Studiums. Nicht kurze Studienzeiten seien wichtig sondern der Erwerb von Schlüsselqualifikationen während des Studiums. Also Praktika und soziales Engagement während, nicht nach dem Studium – versus kurze Studienzeiten und super Abschlussnoten. Allmendiger polemisiert auch gegen den für lebenslanges Lernen kontraproduktiven Begriff „Abschluss“ und gegen die in Deutschland zusammengestauchte Fertilitätsspanne sowie die praktische Unvereinbarkeit von Studium und Kinder. Ihre Kritik richtet sich gegen kurzsichtige Ökonomisierung, nicht gegen die mit dem Bologna Prozess verbundene Umstellung der Studienformen und -abschlüsse. – Ein lesens- und bedenkenswertes Interview.

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